Mettauertal
Sozialhilfebezüger sollen in Teilzeit für die Gemeinde arbeiten

Ein neues Projekt schafft auf der Gemeinde Mettauertal Teilzeitstellen für Sozialhilfeempfänger. Die Betroffenen sollen künftig für die Gemeinde arbeiten und beispielsweise im Forst oder beim Bauamt zum Einsatz kommen.

Marc Fischer
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In Mettauertal können Sozialhilfeempfänger bald im Dienste der Gemeinde arbeiten: Giessen, jäten oder Reinigungsarbeiten sind denkbar.

In Mettauertal können Sozialhilfeempfänger bald im Dienste der Gemeinde arbeiten: Giessen, jäten oder Reinigungsarbeiten sind denkbar.

Oliver Menge

Nicole Schneider vom Sozialdienst der Gemeinde Mettauertal betreut derzeit fünf Sozialhilfeempfänger – die Zahl ist jedoch schwankend. «Gerade haben wir für einige Klienten eine gute Lösung gefunden», kann Schneider berichten.

Im kommenden Monat läuft in Mettauertal dann ein neues Projekt an. Die Gemeinde will intern Stellen schaffen. «Menschen, die schon lange ausgesteuert sind, aber gesundheitlich in der Lage sind zu arbeiten, möchten wir ein Teilpensum anbieten», erklärt Schneider. Die Betroffenen hätten es sehr schwer, ohne Beziehungen eine Arbeitsstelle auf dem freien Markt zu finden.

Im Forst oder beim Bauamt

Gemeindeintern seien dagegen Arbeiten beim Bauamt oder im Forst denkbar: Jäten, reinigen von Strassen oder Unterstützung des Hauswarts. Ziel ist es, die Klienten mit einem zeitlich befristeten Teilzeitarbeitsvertrag auszustatten. «Realistisch sind wohl 30 bis 50 Stellenprozente», so Nicole Schneider, «Anpassungen an die individuellen Fähigkeiten oder Bedürfnisse eines Klienten sind möglich.»

Die Gemeinde Mettauertal sieht aber noch weitere Vorteile für die Sozialhilfeempfänger. Sie könnten sich Referenzen erarbeiten und die Schulden gegenüber der Gemeinde würden weniger stark ansteigen. «Ausserdem fühlen sich Sozialhilfeempfänger oft nutzlos. Dieses Gefühl entfällt nun, sie werden gebraucht», freut sich Schneider für die Betroffenen.

Doch auch für die Gemeinde bringt das neue Projekt Vorteile. Sie erhält eine Gegenleistung für einen Teil ihrer Auslagen. «Künftig ist es auch möglich, die Teilnahme am Projekt als Auflage für den Erhalt von Sozialhilfe zu verfügen», führt Nicole Schneider aus. Sollte sich jemand weigern, könnte die Sozialhilfe gekürzt werden.

Analyse steht noch aus

Derzeit kommt in Mettauertal zwar nur eine Person für das neue Projekt infrage, doch Ziel sei es durchaus, mehrere Klienten auf diese Art und Weise einstellen zu können, führte Schneider weiter aus. Sie sieht darin auch für andere Gemeinden ein Zukunftsmodell. «Der Kantonale Sozialdienst befürwortet derartige Projekte und es gibt immer mehr Gemeinden, die sich dafür interessieren oder bereits ähnliche Projekte durchführen», weiss Nicole Schneider.

Im Bezirkshauptort Laufenburg ist beispielsweise seit Mai ein Versuch im Gang, bei dem ein Sozialhilfeempfänger jeweils einen Tag pro Woche für das Bauamt im Einsatz steht. «Ob und auf welche Art das Projekt weitergeführt wird, ist derzeit noch offen», erklärte Manuela Hinden vom Laufenburger Sozialdienst, «wir haben den Versuch noch nicht eingehend analysiert.»

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