Fricktal
Sommerzeit ist Vandalenzeit – was tun die Gemeinden dagegen?

Im Sommer werden in Fricktaler Gemeinden vermehrt Beschädigungen festgestellt. Vandalen schlagen gerade nachts zu. Die Gemeinden versuchen mit unterschiedlichen Massnahmen gegen die Täter vorzugehen.

Nadine Böni
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Dezember 2010, Möhlin: Sprayereien an der Bahnhofstrasse.
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Neben Storen zerstörten die Vandalen auch mehrere Fensterscheiben.
Mai 2014, Frick: Geköpfte Dino-Bänke im Dorf.
Vandalismus im Fricktal

Dezember 2010, Möhlin: Sprayereien an der Bahnhofstrasse.

Nadine Böni

Ein Blick ins Archiv reicht und es ist klar – das Thema ist ein Dauerbrenner: Vandalismus. Und die erfahrungsgemäss schlimmste Zeit des Jahres steht noch bevor. «Mit den warmen Sommernächten halten sich mehr Menschen im öffentlichen Raum auf. Damit verbunden sind die bekannten Probleme von Nachtruhestörung, Littering und Vandalismus», sagt etwa Roger Erdin, Stadtschreiber von Rheinfelden.

Die letzte grössere Meldung aus der Region stammt aus Stein. Dort haben Unbekannte Ende Mai Scheiben an der Schulanlage Brotkorb eingeworfen. 30 000 Franken Sachschaden sind entstanden. Für die Gemeinde sei das «ein Rückschlag» in ihrem Kampf gegen Vandalismus und Littering, sagt Gemeindeammann Hansueli Bühler.

Frick diskutiert Videokameras

So lange die Liste der Vorfälle in der Region (eine Auswahl zeigen die Fotos), so lange ist auch die Liste der Massnahmen, mit denen Gemeinden gegen die Täter vorgehen. Eine davon: Videokameras. Diese kommen beispielsweise an Hotspots in Magden, Laufenburg, Rheinfelden und Gipf-Oberfrick zum Einsatz. Frick diskutiert gerade die Anschaffung von mobilen Kameras, ein Entscheid stehe allerdings noch aus, sagt Harri Widmer, Leiter Bau und Umwelt.

Hansueli Bühler, Ammann in Stein: «Die Videokameras sorgen mehr für eine Verdrängung denn für eine wirkliche Verbesserung.»

Hansueli Bühler, Ammann in Stein: «Die Videokameras sorgen mehr für eine Verdrängung denn für eine wirkliche Verbesserung.»

Nadine Böni

Seit der Installation der Kameras auf dem Schulareal, bei den Sportanlagen und beim Veloabstellplatz herrsche eigentlich Ruhe – bis zum Vorfall Ende Mai jedenfalls, und: «Zumindest an diesen Plätzen», sagt Bühler. «Die Videokameras sorgen nämlich mehr für eine Verdrängung denn für eine wirkliche Verbesserung.» Sprich: Vandalen und Litterer schlagen nun andernorts zu.

Die befragten Gemeinden setzen daher auch auf andere Mittel. Etwa Kontrollen durch private Sicherheitsdienste (Laufenburg, Stein, Magden, Rheinfelden), Belohnungen für Hinweise (Magden, Stein) sowie konsequente Anzeigen gegen die Täter (Rheinfelden, Stein, Laufenburg, Magden, Frick, Gipf-Oberfrick). In Gipf-Oberfrick haben Täter ausserdem die Möglichkeit, sich selber bei der Gemeinde zu melden. «Dann versuchen wir, eine gute Lösung zu finden, ohne eine Anzeige», sagt Gemeindeschreiber Urs Treier. Das habe in einzelnen Fällen bereits geklappt.

Oft werden die Täter allerdings nicht erwischt. Im aktuellen Fall von Stein gibt es immerhin Hoffnung. Die Polizei konnte Verdächtige vor Ort anhalten – dank der schnellen Reaktion eines Anwohners, der Alarm geschlagen hatte.

Es gibt auch gute Nachrichten

Auch sonst gibt es aus verschiedenen Gemeinden gute Nachrichten. Gipf-Oberfrick meldet, dass «Beschädigungen gegenüber Vorjahren eher zurückgegangen» seien. In Rheinfelden sei die aktuelle Situation «eher ruhig», sagt Roger Erdin. Und auch Michael Widmer, Gemeindeschreiber von Magden, sagt: «In Magden ist es in den letzten Jahren eher ruhig, was dieses Thema anbelangt.» Es scheine so, als sei in den letzten Jahrzehnten kaum eine Generation so «brav und angepasst» gewesen, wie die aktuelle. «Die Sachschäden sind bei weitem nicht so zahlreich, dass sich die Führung einer Statistik für die Gemeinde lohnen würde», sagt Widmer.