Bad Säckingen
Solothurner Bischof Felix Gmür: «Papst nimmt die Macht zurück»

Am traditionellen Fridolinsfest in Bad Säckingen beteiligten sich zahlreiche Fricktaler. An der kirchlichen Feier im Münster war der Solothurner Bischof Felix Gmür Gastprediger. Er äusserte sich über den neuen Kurs des Papstes.

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Der Solothurner Bischof Felix Gmür äusserte sich am Fridolinsfest in Bad Säckingen über den neuen Kurs des Papstes.

Der Solothurner Bischof Felix Gmür äusserte sich am Fridolinsfest in Bad Säckingen über den neuen Kurs des Papstes.

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Das Bad Säckinger Fridolinsfest liess für kurze Zeit alle weltlichen Grenzen aussen vor: Fricktaler, Glarner, Wälder, Eingewanderte, Städter und Ordensleute wurden vom Mysterium des schweren Silberschreins Sankt Fridolins gemeinsam in halb volksfestartigen, halb ehrfürchtigen Bann gezogen bei der Prozession.

Dass diese Art, das Fest zu begehen, aus dem katholischen Glauben selbst hervorgeht, liess die einnehmende Predigt Felix Gmürs, Bischof von Solothurn und Basel, schliessen.

«Wir gehören zu den Alemannen»

«Wir gehören alle zu den Alemannen, die heute noch von Fridolin missioniert werden», hielt er fest. «Fridolin ist vom äussersten Rand der bekannten Welt, dem Rand Europas gekommen. Es gibt Gemeinden, die kommen noch von viel weiter her», sagte er und grüsste mit «Mabuhay» die philippinischen, «Dobar Dan» die kroatischen und mit «Buon Giorno» die italienischen Glaubensbrüder und -schwestern.

Im Gleichnis Jesu in der Wüste fand der Bischof für Christen und Kirche drei Versuchungen: die Reduktion des Glaubens auf den sozialen Dienst oder Diakonie, das Verleugnen oder die geistige Abwendung vom Bösen in der Welt oder den Beschränkungen der Natur und schliesslich die Versuchung der Macht. «Papst Franziskus nimmt die Macht zurück, und zwar zuerst in seinem Beten und Denken. Weil er anregt, fragt und nicht verurteilt. Zu verurteilen ist auch eine Frage der Macht. Wir, die Kirche und die Gläubigen können etwas Lernen von diesem Versuch.»

Einer dieser Versuchungen nachzugeben bedeute die Herabstufung der Kirche zum Sozialinstitut, zur Weltfremdheit oder zur Macht. «Unser Nachbeten und Nachdenken wird uns dazu führen, unsere eigene Verantwortung wirklich wahrzunehmen», schloss der Bischof.

Die Musiker verstärkten des Bischofs Worte. Nach dem strahlenden Einzug und dem Konzert für zwei Barocktrompeten von Francesco Manfredini, verliehen Bezirkskantor Markus Mackowiak und sein Münsterchor mit Orchester und Solisten mit Mozarts verspielter wie tragender Spatzenmesse der Feier den Glanz der Morgensonne. (jew/sk)

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