Wie geht es weiter mit der Oberstufe in Gipf-Oberfrick? Diese Frage erhitzte die Gemüter vor Jahresfrist. Die Gemeinderäte und Schulpflegen von Frick und Gipf-Oberfrick gaben damals bekannt, dass sie die Oberstufen zusammenlegen wollen. Die Schule «Fricktal Süd» sollte von Frick aus geführt werden, Gipf-Oberfrick aber als Aussenstandort erhalten bleiben.

Begründung: Man wolle verhindern, dass der Oberstufenstandort Gipf-Oberfrick, der aufgrund der geringen Schülerzahl nur mit einer Ausnahmebewilligung betrieben wird, dereinst vom Kanton geschlossen werde und gleichzeitig die Fricker Schulhäuser aus allen Nähten platze. Soweit die Pläne.

Doch dagegen formierte sich Widerstand. Die Gipf-Oberfricker Lehrerschaft wehrte sich in einem Communiqué gegen den Zusammenschluss und die IG «Pro Oberstufenstandort Gipf-Oberfrick» trat an der Gemeindeversammlung im Juni auf den Plan. Sie stellte – erfolgreich – einen Überweisungsantrag, in dem sie den Gemeinderat aufforderte, «zusätzliche Varianten mit einer eigenständigen, vor Ort operativ und strategisch geleiteten Oberstufe» zu erarbeiten. In der Folge setzte der Gemeinderat eine Arbeitsgruppe ein, um die geforderten Varianten auszuarbeiten.

Verzögerung durch Regionalstudie

Wie geht es weiter mit der Oberstufe in Gipf-Oberfrick? Die Frage wird auch nach der anstehenden Sommer-Gemeindeversammlung noch offenbleiben. «Wir werden nur kurz orientieren können, einen Antrag vorlegen können wir aber noch nicht», sagt Gemeindeammann Regine Leutwyler auf Anfrage. «Wir sind noch nicht so weit.» Grund dafür sei nicht zuletzt die Analyse der gesamten Oberstufen-Situation im Fricktal, die vom Planungsverband Fricktal Regio initiiert wurde und die derzeit zusammen mit einem externen Büro erarbeitet wird. Sie soll den Gemeinden helfen, bei den künftigen Überlegungen und Planungen im Bereich Schule eine Standortbestimmung zu machen.

«Wir werden diese Resultate sicher abwarten», so Leutwyler, «auch wenn heute unklar ist, welchen Einfluss sie auf unsere Planungen haben.» Aber: «Bei der Studie gibt es Verzögerungen. Der Plan, die Studie bereits im Frühjahr vorzulegen, war zu ambitioniert.» Tatsächlich ist laut Auskunft von Hansueli Bühler, Präsident von Fricktal Regio, vor Frühsommer nicht mit Ergebnissen zu rechnen.

Trotz Abwarten der Resultate: Ein gewisser Zeitdruck bleibt für Gipf-Oberfrick. Der Kanton verlangt bis spätestens in zwei Jahren klare Lösungen oder zumindest Konzepte. «Wir müssen deshalb weiter nach Lösungen suchen», so Leutwyler. Die Gespräche mit der Gemeinde Frick sind denn auch weiter im Gang.

Und auch an einer Talschaftssitzung, bei der die Gemeinden Wittnau, Wölflinswil und Oberhof ebenfalls mit am Tisch sind, werde man die Situation besprechen. Die drei Gemeinden sind mitbetroffen, da sie derzeit einen Regos-Vertrag mit Gipf-Oberfrick haben und ihre Real- und Sek-Schüler dort zur Schule schicken.