Das Interesse an der Laufenburger Kommunalpolitik ist gross. Sieben Kandidaten stellen sich für die fünf Stadtratssitze zur Wahl und rund 200 Stimmberechtigte waren gespannt, wie sich die Aspiranten in der Podiumsdiskussion darstellen würden. Unter der Leitung von Susanne Hörth (Ressortleiterin Fricktal der Aargauer Zeitung) und Layla Hasler (Neue Fricktaler Zeitung) stellten sie ihre Ziele und Visionen vor und nahmen Stellung zu Chancen und Risiken.

Laufenburg als Kulturhauptstadt

«Wohin wollen Sie die noch junge Fusionsgemeinde führen?», wollten die Moderatorinnen zum Einstieg von den Kandidaten wissen. Meinrad Schraner fasste seine Visionen kurz und knapp zusammen: «Laufenburg sollte die Zentrumsgemeinde im Oberen Fricktal und die Kulturhauptstadt im Fricktal sein.» André Maier, Christian Rüede und Tino Brütsch priesen die unterschiedlichen Charaktere der Ortsteile als Stärke und Chance, wobei Brütsch durchaus auch noch «atmosphärische Störungen» ausmachte. Diese gelte es zu beheben und als «stolze Sulzer und stolze Laufenburger den Blick aufs Wohl der Gesamtgemeinde» zu richten.

Wohnstadt oder Tourismus?

Unterschiedliche Konzepte präsentierten die Kandidaten in Bezug auf die Laufenburger Altstadt – obwohl sie sich in einem Punkt weitgehend einig waren: Die Altstadt sei das Herz von Laufenburg, und dieses solle künftig wieder lauter schlagen. «Touristisch gesehen bietet die Altstadt grosse Chancen. Ich bin für einen Tagestourismus ohne zu grosse Lärmemissionen», beschrieb Thomas Vögtli seine Idee.

Und Thomas Argast doppelte nach: «Die Altstadt verdient eine touristische Aufwertung. Zudem sollten wir versuchen, Ingenieure und Anwälte anzusiedeln.» Auch André Maier und Christian Rüede sprachen sich für einen sanften Tourismus aus. Eher in Richtung Wohnstadt tendierte dagegen Tino Brütsch, der bezweifelte, dass mit dem Tourismus ein «Return on Investment» zu erreichen sei.

«Kein Ballenberg»

Herbert Weiss, der einzige Bisherige in der Runde, formulierte ein klares No-go und konkrete Projekte: «Die Altstadt soll aus meiner Sicht kein Ballenberg werden, sie soll leben. Wichtig ist es, die kommenden Etappen der Werkleitungssanierung zu genehmigen und so Voraussetzungen zu schaffen, dass auch Private investieren.» Am deutlichsten wurden die unterschiedlichen Meinungen der Kandidaten, als sie aus dem Plenum aufgefordert wurden, die anstehenden Probleme und Prioritäten zu benennen. Der Finanzhaushalt stehe da sicher im Zentrum, so Herbert Weiss und Tino Brütsch. Weiss führte gar eine allfällige Steuererhöhung ins Feld. Dem widersprachen Thomas Argast und Meinrad Schraner vehement.

André Maier sieht in der Vereinfachung der Bauordnung und der Beschleunigung der Bewilligungsverfahren Handlungsbedarf, Thomas Vögtli führte die Neuansiedlung von Gewerbe und einen Nahwärmeverbund als Prioritäten an und Christian Rüede schloss mit folgender Absicht: «Wir dürfen und müssen allgemein selbstbewusster auftreten.»