Die Stadt Rheinfelden und die AEW Energie AG haben unter dem Titel «Rheinfelden Solar» ein gemeinsames Projekt erarbeitet: eine fast 1000 Quadratmeter grosse öffentliche Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Feuerwehrmagazins. Einwohnerinnen und Einwohner von Rheinfelden, aber auch in der Stadt ansässige Firmen können sich nun Bezugsrechte sichern. Jedes der 596 Module kostet dabei einmalig 560 Franken und sichert dem Käufer für die kommenden 20 Jahre eine jährliche Gutschrift auf der Stromrechnung von 240 Kilowattstunden – das ist etwa die Strommenge, die ein durchschnittlicher Schweizer Zweipersonenhaushalt für das Kühlen und Gefrieren von Lebensmitteln verbraucht.

Entstanden ist das Projekt nicht zuletzt, weil in der Rheinfelder Altstadt Solar-Panels nicht erlaubt sind. «Die Idee ist, auch Einwohnern den Bezug von Solarstrom zu ermöglichen, die privat keine Anlage installieren können», erklärt Reto Rigassi, Präsident der städtischen Energiekommission. Sei es, weil sie in der Altstadt wohnen, weil das Dach nicht für Solar-Panels geeignet ist oder weil sie eine Mietwohnung bewohnen. Auch für Personen, die bereits jetzt wissen, dass sie dereinst innerhalb von Rheinfelden umziehen möchten, sei «Rheinfelden solar» eine gute Sache, so Rigassi weiter.

220 Module verkauft

Der Präsident der Energiekommission nennt weitere Vorteile für die Teilnahme am Projekt. «Es war nie einfacher, Solarstrom zu beziehen», sagt er. Die Stadt stellt die Dachfläche auf dem Feuerwehrmagazin zur Verfügung. Zudem müsse man keine Offerte einholen, habe keine Bauarbeiten im eigenen Haus und sei nicht für die Wartung der Photovoltaik-Anlage verantwortlich. Diese übernimmt nämlich bei «Rheinfelden solar» die AEW.

Und wie sieht es finanziell aus? Wer ein Modul kauft, hat für die kommenden 20 Jahre eine Gutschrift von 240 Kilowattstunden auf sicher. «Ob man finanziell profitiert, hängt deshalb auch davon ab, wie sich der Strompreis entwickelt», so Rigassi. In der Fachwelt gehe man eher davon aus, dass der Strompreis in den kommenden Jahren steigt. «Dann rechnet sich die Investition auch eher.» Bei den jetzigen tiefen Strompreisen lege man aber auch nicht viel drauf, sagt Rigassi.

Seit der Projektvorstellung am 21. Juni sind bei den Verantwortlichen Kaufzusagen für 220 der 596 Module eingegangen. Dies entspricht rund 37 Prozent der geplanten Module. Laut Rigassi haben die Käufer bislang im Schnitt fünf bis sechs Module erworben. Wie viele für den eigenen Haushalt sinnvoll sind, können Interessierte mittels eines automatischen Rechners auf der Projekt-Website www.rheinfelden.solar ermitteln.

Frist läuft noch bis Ende September

Allerdings ist dieser Rücklauf noch nicht ausreichend. Damit die AEW mit dem Bau der Solaranlage beginnt, müssen bis am 30. September 75 Prozent der geplanten Module verkauft sein. «Wir sind weiterhin optimistisch, dass wir einen ausreichenden Rücklauf erreichen», so der Präsident der Rheinfelder Energiekommission. Um dem Projekt, «in dem viel Herzblut aller Beteiligten steckt», zur Realisierung zu verhelfen, rühren die Verantwortlichen nun noch einmal die Werbetrommel. «Die Lancierung des Projekts kurz vor den Sommerferien war nicht ideal», räumt Rigassi ein. Bereits damals seien aber alle Einwohner angeschrieben worden. Nun wird an die Altstadtbewohner ein weiteres Rundschreiben verschickt.

Zudem finden an zwei Samstagen – heute und am 8. September – jeweils von 9 bis 12 Uhr Standaktionen in der Marktgasse statt. Verantwortliche von der Stadt und der AEW stehen dann vor Ort für Fragen zur Verfügung.