Karl Barth, der als «Kirchenvater des 20. Jahrhunderts» bezeichnet wird, hörte zeitlebens fast ausschliesslich Mozart. Dem sonst in der Theologenzunft verehrten Johann Sebastian Bach unterstellte Barth ein «allzu absichtliches, allzu kunstvolles Verkündigenwollen». An Mozart hingegen zog ihn das «von solcher Absichtlichkeit freie, reine Spiel» an. Barths Verehrung für den «Unvergleichlichen» schlug sich etwa in einem «Dankbrief an Mozart» und einem «Bekenntnis zu Mozart» nieder. Darin schreibt Barth, er werde sich, wenn er je in den Himmel kommen sollte, «dort zunächst nach Mozart und dann erst nach Augustin und Thomas, nach Luther, Calvin und Schleiermacher erkundigen». Ganz verwundern würde es einen nicht, wenn sich die beiden genial-heiteren Geister etwas abseits von den vereinten himmlischen Chören bei Billard-Spiel und Bier vergnügen würden – und sich der Ewige selber lieber zu ihnen als auf den höchsten Thron setzte.