Wölflinswil
So mancher Eierwurf ging grandios daneben

Trotz tiefhängender, rabenschwarzer Wolken hatten die Organisatoren des Turnvereins Wölflinswil beim Eierlesen grosses Glück: Der Sonntagnachmittag blieb weitgehend regenfrei. Dafür regnete es das eine oder andere Ei.

Ingrid Arndt
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Eierlesen Wölflinswil. Aus vergangenen Tagen - italienische Hühnerverkäufer im Dorf
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Eierlesen Wölflinswil. Das Ei landet sicher im Korb
Eierlesen Wölflinswil. Elias Steck im Wettkampf
Eierlesen Wölflinswil. Chrüschmutti - nicht ganz geheuer
Eierlesen Wölflinswil
Eierlesen Wölflinswil. René Jehle zeigt vollen Einsatz
Eierlesen Wölflinswil. René Jehle voll im Einsatz
Eierlesen Wölflinswil. Turnerische Höchstleistung beim Fangen der Eier

Eierlesen Wölflinswil. Aus vergangenen Tagen - italienische Hühnerverkäufer im Dorf

Ingrid Arndt

Und so konnte dieser herrliche Spass mit lauten Böllerschüssen und vielen Zuschauern beginnen. Auf zwei Bahnen von je 75 Metern Länge waren jeweils 150 Eier im Abstand von 50 cm ausgelegt. Die eine Bahn ging in den Rank hinein, die andere verlief parallel zur Hauptstrasse. Beide trafen sich auf dem Dorfplatz, wo auch die Fänger mit ihren spreugefüllten Körben standen.

Dieser alte Frühlingsbrauch des Eierlesens ist eine Kombination zwischen zielsicherem Werfen und schnellem Laufen. Traditionell wird er von zwei Sportlern des Turnvereins ausgetragen. In diesem Jahr waren es René Jehle und Elia Steck, die die Eier einsammelten und dabei am Ende eine Distanz von 11,5 Kilometern zurückgelegt hatten. Mindestens – denn für jedes Ei, das statt im Fangkorb irgendwo als Eierpampe landete, musste eine Strafrunde absolviert werden. Gutes Zusammenspiel mit den Fängern war da gefragt. Und die zeigten vollen Einsatz bis hin zum Bodenkontakt. Dennoch ging so mancher Wurf grandios daneben.

Sagengestalten sind eine Augenweide

Eine besondere Augenweide waren die Figuren und Sagengestalten des Dorfs: Das Chüschmutti, überdimensioniert, ausgestopft und mit einer Schweinsblase am Stock, ringsum mit Tannenzweigen bestückt der Waldmensch als Vertreter aller Geister. Ein Dorfpolizist von anno dazumal kurvte halsbrecherisch auf seinem klapperigen Drahtesel umher, die zwei Schwarzen Männer hatten die gute Moral im Blick. Der Waldbruder im Mönchsgewand kam aus dem Mittelalter aus seiner Höhle vom Berg direkt ins Dorf und der Örkegeischt war herabgestiegen vom Birnenbaum. Vor langen Zeiten wurde der Ort von zwei Hühnermännern aus Italien besucht, die ihre Tiere an den Mann bringen wollten. Zwei Osterhasen beschenkten die Kinder und ein Brautpaar versuchte dazu zu animieren, es ihnen gleich zutun.

Alle zusammen hatten an diesem Nachmittag die Aufgabe, die Läufer beim Wettkampf ein wenig zu stören, vor allem aber für Ulk zu sorgen, je nachdem auch für Disziplin und Ordnung.
Das letzte Ei flog im hohen Bogen über den Landgasthof Ochsen.

Sieger war mit einem Vorsprung von zwei Eiern René Jehle, der dafür mit Ruhm und Ehre bedacht wurde.