Laufenburg
So läufts in der Asylunterkunft: es gibt strikte Regeln und eine Telefon-Hotline

Susanne Hochuli erklärte, warum und wie ab Mittwoch in Laufenburg 65 Asylsuchende unterirdisch untergebracht werden.

Hans Christof Wagner
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Erklärten die Asylunterkunft in Laufenburg: (v. l.) ORS-Vertreter René Burkhalter, Regierungsrätin Susanne Hochuli und Generalsekretär Stephan Campi.

Erklärten die Asylunterkunft in Laufenburg: (v. l.) ORS-Vertreter René Burkhalter, Regierungsrätin Susanne Hochuli und Generalsekretär Stephan Campi.

HCW

Oberirdisch hat Vorrang vor unterirdisch», sagte am Informationsanlass in der Stadthalle Regierungsrätin Susanne Hochuli. Aber die schwierige Lage bei den oberirdischen Heimen und die steigende Zahl von Flüchtlingen machten diese Art der Unterbringung notwendig, die immer noch besser sei, als unter freiem Himmel zu nächtigen.

Mit 65 alleinreisenden Männern vorwiegend aus Afghanistan rechnet der Kanton für Laufenburg. Sie sollen in der Geschützten Operationsstelle des Spitals (Gops) unterkommen. Familien oder Frauen sind laut Hochuli keine darunter.

Susanne Hochuli räumte ein, dass es auch 85 Personen werden könnten. Niemand könne für die kommenden Jahre sichere Prognosen über die Flüchtlingsströme abgeben. Aber schon für 2016 sei mit weiter steigenden Zahlen zu rechnen. «Ich kann keine Garantien dafür geben, dass das Zusammenleben gänzlich konfliktfrei verlaufen wird», sagte Hochuli vor rund 70 Besuchern ausserdem.

Stephan Campi, Generalsekretär im Departement Gesundheit und Soziales, erläuterte das Sicherheitskonzept. Danach sind Schulgelände Burgmatt, Spital und Alterszentrum Klostermatte Teil einer «sensiblen Zone», in der sich keine Asylsuchenden aufhalten dürften. Lediglich am Gops-Eingang ist ein schmaler Streifen entlang der Winterthurerstrasse für sie vorgesehen.

Kantons- und Regionalpolizei sowie Vertreter der umliegenden Einrichtungen kämen regelmässig zusammen, um die Sicherheitslage zu besprechen, so Campi. Bürger könnten Beobachtungen und Sorgen unter einer eigens eingerichteten Telefon-Hotline (062 869 50 60) vorbringen.

Die private Flüchtlingsbetreuung ORS wird vor Ort sein. René Burkhalter, operativer Leiter für die Kantonsmandate Zürich und Aargau, erläuterte die Details: Alkohol- und Tabakverbot, Nachtruhe ab 22 Uhr, aber auch Sprachunterricht, Sport und Beschäftigung sollen das friedliche Zusammenleben der in der Gops unterkommenden Nationalitäten sicherstellen.

Das aus 12 bis 15 Mitarbeitern bestehende Laufenburger ORS-Team sei geschult in Mehrsprachigkeit, Konfliktprävention und Trauma-Arbeit.
Ob die Gops-Unterbringung weder Negativwerbung für die Gemeinde noch Imageschaden noch Wertminderung von Immobilien mit sich bringt, Wünsche, die Stadtammann Herbert Weiss am Abend formulierte, bleibt abzuwarten.

Die Kantonsvertreter indes gaben sich zuversichtlich, dass dies gelingt, nannten die Erfahrungen aus Baden und Muri mit zusammen 262 in Gops wohnenden Asylsuchenden positiv. Hochuli berichtete, dass im früheren Hotel Schützen ein Aufenthaltsraum für die Gops-Bewohner entstehe, ein entsprechender Mietvertrag sei unterschrieben. Die Regierungsrätin trat Vizeammann Meinrad Schraner (SVP) entgegen.

Die Belastung des Fricktals mit Flüchtlingen sei nicht aussergewöhnlich hoch, auch nicht mit den 300, die in Frick unterkommen werden. Andere Regionen des Kantons wie Aarau/Buchs müssten weit mehr verkraften.