Frick

So kommunizieren die Gemeinden heute offen gegenüber der Bevölkerung

Die Gemeinden Stein und Mettauertal veröffentlichen regelmässig Informationsbroschüren. mf

Die Gemeinden Stein und Mettauertal veröffentlichen regelmässig Informationsbroschüren. mf

Kommunikation wird in der heutigen Gesellschaft gross geschrieben – und sie wird auch für die öffentliche Hand immer wichtiger. Kommunikationsfachfrau Nora Fehr gab am Gemeindeseminar Inputs.

«Wenn vor 50 Jahren ein Gemeindeammann sagte, der Rhein fliesst aufwärts, hat die Bevölkerung das geglaubt. Wenn ich heute sage, der Rhein fliesst abwärts, gehen sie hin und überprüfen es.» Mit diesen Worten leitete der Steiner Gemeindeammann und Präsident von Fricktal Regio, Hansueli Bühler das Referat von Nora Fehr ein. Fehr, Geschäftsleitungsmitglied von Dr. Schenker Kommunikation AG in Bern, ging unter dem Titel «Mit Transparenz überzeugen – Kommunikation der öffentlichen Hand» auf drei Teilaspekte ein.

Sachlich und transparent

Zunächst hob sie die Besonderheiten der Behördenkommunikation hervor: «Oftmals wird mangelnde oder zu intensive Kommunikation zum Politikum», so die Fachfrau. Es gehe also darum, das richtige Mass zu finden. Gemäss Gesetz ist behördliche Information nämlich einerseits Pflicht, darf aber andererseits, den Meinungsbildungsprozess nicht dominieren oder gar verfälschen.

In der heutigen Gesellschaft werde Kommunikation als Bringschuld wahrgenommen, so Nora Fehr. Mit einer verhältnismässigen, sachlichen und transparenten Informationspolitik könne Vertrauen gewonnen werden. «Und wenn der Bürger Vertrauen in die Behörden hat, wird er sie auch eher unterstützen», so die Referentin.

Schritt für Schritt informieren

Nora Fehr unterschied dabei die Kommunikation im Alltag von der Kommunikation in Krisenfällen. «Im Alltag ist es wichtig, Projekte und Geschäfte zu begleiten und Schritt für Schritt über den Fortgang zu informieren», riet die Referentin. Zur Planung jedes Sachgeschäfts gehöre auch ein Konzept darüber, wie dieses Geschäft intern und extern kommuniziert werden solle. «Selbstverständlich gibt es Dinge, die vertraulich sind und auch bleiben sollen», so Fehr, «wichtig ist es aber, zu begründen, warum zu einem gewissen Punkt keine Stellung nimmt.»

Sprachregelungen als Leitplanken

Im Krisenfall sei es ebenfalls wichtig, in Szenarien zu denken. Zudem sei eine professionelle Arbeit im Alltag eine gute Basis für die Kommunikation im Krisenfall. «Dabei ist es wichtig, nur gesicherte Fakten an die Öffentlichkeit zu geben und auf keinen Fall leere Versprechungen zu machen oder zu spekulieren.» Sinnvoll sei es auch, Sprachregelungen zu treffen, die die Leitplanken der Kommunikation vorgeben. Die Expertin betonte auch, dass mit Kommunikation allein, keine Krise gelöst werden könne. Aber: «Gute Kommunikation kann für Ruhe sorgen, Vertrauen schaffen und den Ruf bewahren.»

In der anschliessenden Diskussion betonten mehrere Behördenmitglieder auch die Wichtigkeit des Zuhörens. «Wenn man den Bürgern zuhört und sie in die Geschäfte involviert, fühlen sie sich ernst genommen», so der Tenor, den auch die Fachexpertin unterstützte: «Stammtische sind gute Indikatoren für die Stimmungslage in einer Gemeinde.»

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