Fricktal

So geht es den Gemeindeschreibern auf ihren neun Posten

Vier Gemeindeschreiber haben innerhalb der Region ihre Stelle gewechselt – und berichten von ihren Erfahrungen.

Das Gemeindeschreiber-Karussell hat vorläufig ausgedreht: Mit Marius Fricker – von Münchwilen nach Möhlin – und Sheena Heinz – von Herznach nach Zeiningen – sind diese Woche die letzten Rochaden auf den Fricktaler Verwaltungschef-Sesseln vollzogen worden. Zeit, für die az nachzufragen, wie die Gemeindeschreiber in ihre neuen Verwaltungen angekommen sind.

Marius Fricker, der seit 1. Januar Gemeindeschreiber von Möhlin ist, startete mit einem Rundgang, um sich den Verwaltungsangestellten vorzustellen. «Obwohl alles grösser ist als in Münchwilen, herrscht hier eine  ‹Duzis›-Kultur und eine fast schon familiäre Atmosphäre», sagt Fricker. Die grössere Anzahl an Mitarbeitern in der Gemeindeverwaltung Möhlin ist es auch, die den Unterschied in der Ausübung seiner Tätigkeit als Gemeindeschreiber begründet: «In Münchwilen war ich mehr in das politische Tagesgeschäft einbezogen, während ich in Möhlin eher strategisch tätig bin und mehr Führungsaufgaben übernehmen muss», sagt er.

Das Tagesgeschäft läuft weiter

Seine Kollegin, Sheena Heinz, trat einen Tag später, am 2. Januar, den Gemeindeschreiber-Posten in Zeiningen an. Weil das politische Tagesgeschäft auch unabhängig von Personalwechseln weiterlaufen muss, sagt sie: «Die grösste Herausforderung ist es, sich schnell in hängige Projekte einzuarbeiten.» Natürlich sei es auch wichtig, sich einen Überblick über das Personal zu verschaffen und die Zeininger Bevölkerung kennen zu lernen. «Dies wird jedoch recht schnell geschehen», sagt Heinz. Sei es durch Begegnungen am Schalter oder durch die Zusammenarbeit bei Projekten.

Bereits seit dem 1. November ist Michael Widmer Verwaltungsleiter in Frick – vormals war er Gemeindeschreiber in Magden. Ein Unterschied zwischen den Gemeinden sei, dass Frick stärker in regionale Aufgaben eingebunden ist als Magden. «Dadurch gibt es andere politische Entscheidungsfindungsprozesse. Auch die Verteilung der Aufgaben zwischen Gemeinderat und der Verwaltung in Frick unterscheidet sich zu Magden. In beides muss man sich zu Beginn erst ein wenig reinfinden», sagt Widmer.

Ein Vorteil sei es manchmal, als «Neuer» unbedarft die politischen Geschäfte angehen zu können, denn «in einigen Fällen ist es sicher besser, wenn man nicht weiss, welche Gemeinderäte sich früher hinsichtlich eines Geschäftes in die Haare gekommen sind», so Widmer. Ein Nachteil sei hingegen, dass man zu Beginn oft noch nicht wisse, wo man die notwendigen Informationen herbekomme. «Da heisst es: Fragen, fragen, fragen», sagt Michael Widmer und schiebt mit ein wenig Humor nach: «Mein Vorgänger, Heinz Schmid, wohnt ja nur ein paar Meter von der Verwaltung entfernt.»

Ein schnelles Kennenlernen

Am 15. Oktober übernahm Rolf Dunkel – vormals Gemeindeschreiber in Wölflinswil – die Nachfolge von Michael Widmer in Magden. «Der Zeitpunkt meines Wechsels war günstig, weil kurz zuvor die grossen Geschäfte abgeschlossen wurden», sagt Dunkel. Dafür hatte er in seiner zehntägigen Übergangsfrist jede Menge Vorstellungsbesuch bei Gremien- und Kommissionsmitgliedern: «Es ist natürlich wichtig, die Menschen mit den man Zusammenarbeit, schnell kennen zu lernen.

Auch den Zugang zur Bevölkerung zu finden, sei in Magden kein Problem. «Hier gibt es jede Menge kulturelle Veranstaltungen, bei denen man mit den Menschen schnell ins Gespräch kommen kann», so Rolf Dunkel.

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