Der erste Faisse naht und damit auch die Fasnachtsbälle, an denen das närrische Treiben einen ersten Siedepunkt erreicht. Neben Kostümierung, Tanz, Guggen- und Tschättermusik gehört auch für so manchen der Konsum von Hochprozentigem zum närrischen Treiben dazu – auch für einige Jugendliche.

Um zu verhindern, dass Minderjährige in den Genuss von hartem Alkohol wie Rum, Wodka oder Schnaps kommen, werden am Eingangsbereich des Münchwiler Herdmännliballs, ausgerichtet vom örtlichen Turnverein, die Ausweise kontrolliert und farbige Altersarmbänder verteilt: «So kann das Barpersonal mit einem Blick feststellen, welchen Alkohol der Gast konsumieren darf», erklärt Daniel Güntert, Präsident des GTV Münchwilen.

Während über 18-Jährige ein grünes Band erhalten und sämtliche alkoholischen Getränke konsumieren können, wird den 16- und 17-Jährigen ein gelbes Band ums Handgelenk geklebt. Mit diesem erhalten sie lediglich Bier, Most und Wein.

Harter Alkohol wird versteckt

Auch der TV Hellikon wird an seiner Party am «Schmutzigen Donnschtig» auf die farbigen Bänder zurückgreifen. Jedoch sagt TV-Präsident Pascal Gaehweiler: «Es lässt sich nicht verhindern, wenn ein Jugendlicher sich mit zehn Bier betrinkt» und schiebt nach: «Es gibt Minderjährige, die im Aussenbereich harten Alkohol verstecken.

Und weil die Besucher raus und wieder rein können – etwa zum Rauchen –, sind wir gegen das versteckte Trinken machtlos.» Jedoch kann bei Auffälligkeiten der Einlass verweigert werden: «Wer am Eingang stark schwankt oder einen aggressiven Eindruck macht, für den ist der Abend gelaufen», sagt Gaehweiler.

Positiv für den TV Hellikon: Weil am Freitag viele wieder zur Arbeit oder zur Schule müssen, hält sich bei der Mehrheit der Alkoholkonsum in Grenzen.

Damit unter 18-Jährige keinen harten Alkohol am Hurliball in Kaisten konsumieren können, hat der Ausrichter – die Prototype – den Sicherheitsdienst angewiesen, Rucksäcke und Taschen zu kontrollieren.

«Es wird Kontrollgänge geben. Stark Alkoholisierte werden bei Auffälligkeiten hinausbegleitet», sagt OK-Präsident Michael Rehmann. Neben den farbigen Armbändern wird das Barpersonal geschult. Zudem wird die Halle mit Alkoholpräventionsplakaten versehen, auf denen die Ausschankregeln klar aufgeführt sind.

Und was macht die Polizei über Fasnacht? «Wir werden wohl die Veranstaltungen in unsere Patrouillengänge miteinbeziehen. Auch Ausschank-Stichproben sind nicht auszuschliessen», sagt Werner Bertschi, Chef der Polizei oberes Fricktal.