So etwas hat die Gemeinde Hellikon wohl noch nie erlebt. Die Bevölkerung wehrt sich heftig gegen den Ausbau der Mobilfunkanlage im Gebiet Eich. Rückblick: Vor einigen Wochen reichte der Mobilfunkanbieter Swisscom ein Baugesuch für den Umbau der bestehenden Mobilfunkanlage ein – mit dem Ziel, am Standort künftig die umstrittene 5G-Technologie anbieten zu können. In den ersten Wochen der Auflage gingen bei der Gemeinde bereits drei Einsprachen ein. «Wir rechnen noch mit deutlich mehr», sagte Gemeindeammann Kathrin Hasler allerdings schon damals.

Nun ist klar: Es sind tatsächlich deutlich mehr geworden. «150 Einsprachen hat die Gemeinde bis zum Ende der Auflagefrist am Dienstag erhalten, die B-Post-Frist muss noch abgewartet werden», sagt Gemeindeschreiber Severin Isler. Die Einsprachen kommen hauptsächlich von den knapp 800 Einwohnern Hellikons, aber auch aus Wegenstetten und Zuzgen. In beiden Nachbardörfern gibt es ebenfalls Wohngebiete, die innerhalb des Perimeters mit Einspracheberechtigung liegen. «An Widerstand gegen ein Bauprojekt in diesem Ausmass kann ich mich nicht erinnern», sagt Isler.

725 Unterschriften in Petition

Hinzu kommt: Gegen das Vorhaben der Swisscom ging eine 15-köpfige Gruppe von Einwohnern auch mittels einer Petition vor. Sie fordern den Gemeinderat in der Bittschrift auf, das Baugesuch für den Um- und Ausbau der Anlage nicht zu bewilligen und stattdessen beim Kanton ein Moratorium gegen den Einsatz der 5G-Technologie zu verlangen. Dieses soll für das ganze Gemeindegebiet gelten, und zwar so lange, bis «alle derzeit noch offenen Fragen zur möglichen Gesundheitsgefährdung für Mensch und Biosphäre wie auch betreffend Messverfahren und Haftung» geklärt seien.

725 Unterschriften konnten die Petitionäre sammeln und der Gemeinde übergeben. Auch hier stammen die Unterschriften nicht nur aus Hellikon, sondern auch aus den Nachbardörfern Zuzgen, Wegenstetten, Obermumpf sowie vereinzelt aus anderen Gemeinden. Isler spricht von einer «riesigen Anzahl» an Einsprachen und Unterschriften. «Den Gegnern ist es gelungen, gegen das Vorhaben zu mobilisieren.»

Die Gemeinde werde nun in einem ersten Schritt die Einsprachen inhaltlich prüfen und danach das Gespräch mit dem Kanton und der Bauherrin suchen, um das weitere Vorgehen zu definieren. «Der Widerstand stellt die Gemeinde vor eine Herausforderung», sagt Isler und verweist auf die kantonalen und gesetzlichen Bestimmungen, die es trotz allem einzuhalten gelte.

Fraglich ist vor allem, was die Petition bewirken kann. Das Bundesamt für Umwelt wies bereits vor Wochen darauf hin, dass für den Erlass von Vorschriften über den Schutz des Menschen vor schädlicher oder lästiger nichtionisierender Strahlung der Bund zuständig sei. Neben dieser Rechtssprechungskompetenz bleibe «kein Raum für kantonale oder kommunale Bestimmungen», und der Erlass solcher Bestimmungen sei kompetenzwidrig.