Laufenburg
Skulptur auf dem Grabfeld wird als Himmelsgewölbe interpretiert

Das neue Gemeinschaftsgrab auf dem Laufenburger Friedhof wurde eingeweiht. An dem feierlichen Akt beteiligten sich Mitglieder der örtlichen Kirchgemeinden und der politischen Gemeinde. Geschaffen wurde der Grabschmuck von Daniel Waldner aus Kaisten.

Peter Schütz
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Vizeammann Herbert Weiss, der Künstler Daniel Waldner, Pfarrer Anthony Chukwu und Marc Siegrist, Präsident der reformierten Kirchenpflege bei der Einweihung des neuen Gemeinschaftsgrabes auf dem Friedhof in Laufenburg. – Foto: psc

Vizeammann Herbert Weiss, der Künstler Daniel Waldner, Pfarrer Anthony Chukwu und Marc Siegrist, Präsident der reformierten Kirchenpflege bei der Einweihung des neuen Gemeinschaftsgrabes auf dem Friedhof in Laufenburg. – Foto: psc

Die Skulptur auf dem Grabfeld stammt vom Kaister Künstler Daniel Waldner. Sie bildet das Zentrum der für anonyme Gräber geschaffenen Fläche. Die Einsegnung nahm Pfarrer Anthony Chukwu vor, der noch amtierende Pfarrer der römisch-katholischen Kirchgemeinde Laufenburg. Als Vertreter der reformierten Kirche war Marc Siegrist, Präsident der Kirchenpflege, anwesend. Die politische Gemeinde vertrat Vizeammann Herbert Weiss. Er betreut das Ressort mit Werkhof und Bauamt. Zur Einweihung spielte ein Ensemble der Laufenburger Stadtmusik.

Die Verwaltung der nun zwei Gemeinschaftsgräber erfolgt durch das Bauamt. Die neue Fläche nördlich der Abdankungshalle war nötig geworden, weil das seit einigen Jahren von Bildhauer Erwin Rehmann gestaltete erste Gemeinschaftsgrab nur noch wenig Platz hat. Deshalb hatte der Gemeinderat im Voranschlag 2012 einen Betrag aufgenommen, um ein neues Grab zu planen und zu erstellen. Die neue, von Daniel Waldner konzipierte und zusammen mit der Gärtnerei Leuenberger erstellte Anlage bietet Platz für 116 Bestattungen. In deren Mitte befindet sich eine quadratische, als Kugelsegment gebogene Kalksteinplatte, die der Künstler als Himmelgewölbe interpretiert.

Die helle, rund 1,5 Tonnen schwere Steinplatte, stammt aus dem französischen Jura. Sie wird von vier in verschiedene Himmelsrichtungen weisenden Stahlplatten in der Schwebe gehalten. Im Kreis um die Grabstätte herum sind 12 Schriftenträgerplatten angeordnet. Auf ihnen werden künftig die Namen der Bestatteten graviert. «Die Symbolik von Kreis und Kreuz haben mich zu dieser Gestaltung des Gemeinschaftsgrabes bewogen», erklärte Daniel Waldner an der Einweihung. Kreis und Kugel würden für die Ordnung der Welt stehen und als christliches Symbol von Vollkommenheit sowie Unendlichkeit gelten. Waldner berichtete, er habe bei der Gestaltung des neuen Gemeinschaftsgrabes auf dasjenige von Erwin Rehmann Bezug genommen. Dessen Mittelpunkt bildet eine Skulptur aus vertikalen Kreissegmenten. In ihrer aufstrebenden Dynamik deuten sie auf das Himmlische, Göttliche hin. Im Gegensatz dazu, oder als Ergänzung, hatte sich Daniel Waldner für die horizontale, auf das Irdische weisende Komposition entschieden. Er bedankte sich bei allen Laufenburgern und Sulzern, dass er diesen Auftrag ausführen konnte. Sein Dank galt auch den Mitarbeitern der Firma Leuenberger für deren unkomplizierte und kompetente Arbeit «bis zur letzten Minute». Als sie zusammen Anfang Dezember 2012 mit den Versetzarbeiten begonnen hatten, habe ihnen Petrus nasskaltes Winterwetter beschert. «Der Mühe Lohn ist die heutige Zeremonie bei herrlichem Spätsommerwetter», sagte Daniel Waldner.