Mumpf
Skirennen auf grünen Matten: Vorkenntnisse sind keine vonnöten

Der Grasskiclub Mumpf besinnt sich mit einem Rennen auf seine Wurzeln. Interessierte können kostenlos teilnehmen, das Material wird vom Club zur Verfügung gestellt.

Lucas Zeugin
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Ein Teil der Jungmannschaft vom Grasskiclub Mumpf: Pascal Käser, Marco Berger, Silvan Schmid, Philipp Jegge, Marius Bitter, Robin Hofer und Rico Jegge (v.l.).

Ein Teil der Jungmannschaft vom Grasskiclub Mumpf: Pascal Käser, Marco Berger, Silvan Schmid, Philipp Jegge, Marius Bitter, Robin Hofer und Rico Jegge (v.l.).

zvg

Am kommenden Wochenende verwandelt sich mitten im Spätsommer eine frisch gemähte Naturwiese bei der Mumpferfluh in eine Skipiste. Zwischen dem Waldstück und einer Niederstammkultur brettern die Teilnehmer in einem Slalom auf ihren Ski um die Wette den Hang hinunter und kämpfen in einem kurvenreichen Lauf um den Sieg.

Doch wer in Anbetracht des durchzogenen Sommers jetzt mit verfrühtem Schneefall rechnet, sieht sich getäuscht. In Mumpf wird bloss eine fast vergessene Tradition im Fricktal wiederbelebt: Der Grasskiclub Mumpf findet zu seinen Wurzeln zurück und veranstaltet am Samstag ein Plausch-Rennen auf Grasski und begrünter Unterlage.

Wiedererwachen des Grasskiclubs

Nach der Gründung 1973 erlebte die spassorientierte - mitunter auch professionell betriebene - Randsportart im mittleren Fricktal die erste Blüte, bis es nach einer Phase der Hochkonjunktur in den letzten zwei Jahrzehnten in der lokalen Szene eher ruhig zu und her ging.

Doch jetzt wächst eine neue Generation Grasskisportler heran und hat die Begeisterung für das Pendant zum alpinen Skisport für sich wiederentdeckt.

Eigentlich war das Rennen im Vorfeld als clubinternes Kräftemessen der 62 Mitglieder angedacht, doch die positive Resonanz aus dem Umfeld veranlasste die Verantwortlichen dazu, den Anlass einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Die kostenlose Teilnahme steht für alle Interessierte offen und verlangt keine besonderen Vorkenntnisse.

«Am besten steht man einfach mal auf die Grasski. Ein wenig Mut gehört schon dazu, aber nach kurzer Zeit bekommt man ein Gespür dafür, wie man fahren muss», erklärt Marius Bitter vom Grasskiclub, wie man die ersten Fahrversuche in Angriff nimmt. Das Material wird von den Organisatoren zur Verfügung gestellt.

Sportgerät und Fahrweise

Die ersten Fahrer gehen am Samstag nach 14 Uhr für den ersten Lauf an den Start. Hangabwärts geht es zwar auch in Skischuhen – aber auf deutlich kürzeren Sportgeräten als im Winter.

Die Grasski bestehen jeweils aus einer Laufschiene, über die mithilfe von Rollen ein Gurt mit Gleitelementen geführt wird. Die Bindung stellt den Kontakt zwischen dem Fahrer und dem fahrbaren Untersatz her. Das Erscheinungsbild der Grasski erinnert insgesamt stark an die Fahrkonstruktion eines Raupenpanzers.

Obwohl das Aussehen dieser Grasski nicht viel mit den Wintersportgeräten gemein hat, sind die beiden Fahrweisen artverwandt. «Die Bewegungsabläufe mit der Belastung sind ähnlich wie auf Schnee», beschreibt Marius Bitter und fügt lachend hinzu: «Nur das Stämmbögli funktioniert nicht.»

Neben dem Spassfaktor auf der grünen Piste steht die Sicherheit der Fahrer im Vordergrund. Nicht nur die allgemeine Helmpflicht soll den nötigen Schutz vor gröberen Verletzungen bieten, auch der Slalom wird so ausgesteckt, dass horrende Geschwindigkeiten vermieden werden. Die Verpflegung mit Grilladen und Getränken in der Grasskihütte komplettiert zudem das sportliche Programm zu einem freudig erwarteten Anlass.