Wegenstetten

Skilift Föhrlimatt läuft heiss: «Schwarz fährt bei uns keiner»

Adrian Speiser sorgt für einen reibungslosen Ablauf am Skilift Föhrlimatt.

Adrian Speiser sorgt für einen reibungslosen Ablauf am Skilift Föhrlimatt.

Die STV-Mitglieder sorgen auch bei bitterer Kälte dafür, dass der Betrieb des Skilifts Föhrlimatt rund läuft.

Das Thermometer zeigt minus fünf Grad an. Ein eisiger Wind pfeift über die schneebedeckten Hügel. Dick eingepackt trotzt der 21-jährige Kilian Speiser vom STV Wegenstetten der Kälte. Seine Aufgabe: Den skifahrenden Kindern den Liftbügel reichen. «Bei Kälte draussen zu sein, macht mir nicht aus», sagt er und schiebt nach: «Ich bin es von der Bauarbeit gewohnt.» Und weil es derzeit zu kalt ist, um zu bauen, hat er kurzerhand freibekommen.

Dass er seine Freizeit nun wiederum in der Kälte verbringt, lässt ihn jedoch sprichwörtlich kalt, denn: «Jeder vom STV Wegenstetten muss mal ran», sagt er mit grosser Selbstverständlichkeit, denn «man tut es ja für den Verein». Mit den erzielten Einnahmen – alleine am letzten Wochenende waren es rund 2000 Franken – gehen die STV-Mitglieder dann zusammen beispielsweise alle zwei Jahre ans Eidgenössische Turnerfest oder kaufen sich neue Trainings-Anzüge. Wenn der Lift kurzfristig unter der Woche aufmacht, dann versammeln sich die Mitglieder des STV im Whatsapp-App-Gruppenchat, um kurzerhand auszumachen, wer am Lift steht. «Irgendeiner findet sich immer», sagt er.

Um Punkt 13.30 Uhr startet Stefan Schreiber den Skilift Föhrlimatt, Kilian Speiser hilft den Skifahrern auf die Teller.

Um Punkt 13.30 Uhr startet Stefan Schreiber den Skilift Föhrlimatt, Kilian Speiser hilft den Skifahrern auf die Teller.

Ärgerlich ist es für Speiser immer dann, wenn der Lift zum Stehen kommt. Dies kann dann geschehen, wenn die Ski-Fahrer mit dem Liftbügel seitlich abdriften: «Passiert dies, dann kann ich manchmal den ganzen Hang hochkraxeln. Dann steht der Lift 15 bis 20 Minuten still.» Dies passiert ungefähr einmal pro Tag. Häufiger kommt es vor, dass die kleinen Anfänger vor Nervosität im Skilift stürzen. «Ich stelle sie dann wieder auf und sage dann ‹jetzt bleibst du stehen ›. Das bewirkt dann meistens wahre Wunder», erzählt Speiser.

Ab ins warme Billett-Häuschen

Und wenn es ihm draussen am Skilift dann doch einmal zu kalt wird, wechselt er sich mit seinem Kollegen, der an der Kasse im Billett-Häuschen sitzt, ab. Dort steht eine kleine Standheizung am Boden. «Sie ist zwar schon einige Jahre älter als ich, verrichtet jedoch immer noch ihren Dienst», sagt Speiser.

In die Jahre gekommen ist auch der Stempel, mit dem die verkauften Tageskarten mit dem Datum versehen werden. Dieser reicht nämlich nur bis zum Jahr 2012: «Falls jemand seine Tageskarte vom 19. Januar 2012 aufbewahrt hat, dann kann er heute gratis fahren», scherzt Speiser. Aber nicht mehr lange – der neue Stempel ist schon bestellt. Dass jemand «schwarzfahren» würde, davon geht Speiser nicht aus: «Wir haben zwar keine Pisten-Kontrolle. Dies ist aber auch nicht nötig, denn man kennt die meisten Leute, die hier die Piste runterdüsen.»

Grafik: Elia Diehl

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