Sisslerfeld
«Sisslerfeld» ist nun auch ein Begriff der Jugendsprache

Die Jugendarbeit Sisslerfeld hat seit ihrer Eröffnung im Frühjahr 2012 ihre Bedeutung innerhalb der vier Bezugs- gemeinden Stein, Eiken, Münchwilen und Sisseln gefestigt.

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Die Anlässe der Jugendarbeit Sisslerfeld erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

Die Anlässe der Jugendarbeit Sisslerfeld erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

Zur Verfügung gestellt

Seit Frühjahr 2012 ist die Jugendarbeit Sisslerfeld für die Gemeinden Stein, Eiken, Sisseln und Münchwilen im Einsatz. Zielgruppe sind Jugendliche der Oberstufe. Das Programm ist weit für Ideen und Bedürfnisse der Jugendlichen geöffnet. Wurden zu Beginn Themen und Inhalte mehrheitlich vorgegeben, leben die aktuellen Veranstaltungen grösstenteils aus Vorschlägen seitens der Jugendlichen, wie von den Verantwortlichen zu erfahren ist.

Zu den Hauptaktivitäten gehören Jugendtreffs, Partys (Treff/Disco gepaart mit weiteren Aktivitäten wie Sport, «Töggeln», Gesellschafts- oder Videospielen) und mobile Angebote.

Standorte in drei Gemeinden

Als Standorte fungieren für die Jugendarbeit verschiedene Örtlichkeiten, in Stein, Sisseln und Eiken. Zu Beginn stand lediglich die Anlaufstelle in Stein, an der Zürcherstrasse 5, zur Verfügung. Diese wurde als Jugendtreff an Nachmittagen installiert. In Sisseln konnte die Jugendarbeit Sisslerfeld schon früh den Jugendcontainer benutzen. Dieser steht am Sportplatz Grossmatt an geeigneter Lage. Die angrenzende Spiel- und Sportanlage wird regelmässig in die Events mit einbezogen.

Die spärliche Einrichtung zum Zeitpunkt des Bezugs wurde durch tatkräftige Hilfe von Sissler Jugendlichen zu einem gemütlichen und coolen Raum umgestaltet und erstrahlt seit dem Sommer 2013 in neuem Glanz. Jeden zweiten Samstag von 19 bis 23 Uhr findet ein Jugendtreff statt (genaue Daten siehe www.jugendarbeit-sisslerfeld.ch). Auch hier gilt: Rahmenprogramm wird unter Mitwirkung der Jugendlichen definiert und gelegentlich auch spontan verändert, wenn es dem Bedürfnis der Jugendlichen entspricht.

Im Jugendraum Eiken stehen zwei grosse Räume für die Jugendlichen bereit. Trotz des Standortes, vis-à-vis dem Gemeindehaus, sind dort Partys möglich. Diese finden seit März 2013 für die Oberstufenschüler regelmässig statt. Jeden zweiten Freitag hat der Jugendraum Eiken von 19 bis 23 Uhr geöffnet.

Steigende Besucherzahlen

Mittlerweile hat sich das Angebot bei den Jugendlichen etabliert. Nach Angaben der Verantwortlichen sind die Besucherzahlen «sowohl in Bezug auf die Regelmässigkeit der Besuche einzelner Jugendlicher als auch auf die Verteilung auf die Gemeinden gut ausbalanciert.»

Nebst der steigenden Veranstaltungsdichte seien auch steigende Besucherzahlen ein eindeutiger Hinweis darauf, dass der Hebel an der richtigen Stelle angesetzt wurde. Zusätzlich zu den steigenden Besucherzahlen ist aber noch ein weiteres Phänomen ein untrüglicher Beweis dafür, dass sich die Jugendarbeit rund um das Sisslerfeld bewährt hat.

Das Angebot der Jugendarbeit hat nämlich auch als Wort-Neuschöpfung Eingang in den lokalen Sprachgebrauch gefunden. «Mehrere Male und von unterschiedlichen Jugendlichen wurde ich gefragt, ob denn heute Sisslerfeld sei», erklärt Jugendarbeiter Tomas Horak. Was zunächst wie eine plumpe sprachliche Vereinfachung oder Unsauberkeit daherkommt, ist auf den zweiten Blick betrachtet noch viel mehr.

«Offensichtlich geht es darum, ob am entsprechenden Datum ein Anlass der Jugendarbeit stattfindet», so Horak weiter. Viel spannender sei es aber, dem nachzugehen, was mit «Sisslerfeld» gemeint sein könnte. «Die Jugendlichen mussten den Begriff ‹Sisslerfeld›, der für die Erwachsenen als geografischer Begriff bekannt ist, erst kennenlernen», weiss der Jugendarbeiter.

Nun haben die Jugendlichen scheinbar eine eigene, zusätzliche Verwendung dafür entwickelt. Mittlerweile ist nebst dem Geografiebezug noch ein weiterer hinzugekommen: «‹Sisslerfeld› ist zum lokalsprachlichen Synonym für Jugendanlass, Party oder Treff, geworden. Ein grösseres Kompliment könnte man unserer Arbeit nicht mehr machen», freut sich Tomas Horak.

Für die Zukunft hofft er, dass die Jugendlichen weiterhin rege «ihre» Jugendarbeit in Anspruch nehmen und sie als ihre Plattform für die eigenen Ideen und Bedürfnisse wahrnehmen. (AZ)