Das ganze Fricktal rätselt: Was hat die Erne AG Holzbau auf dem 4,7 Hektaren grossen Baufeld auf Münchwiler Boden vor, das sie von der Aargauer Kantonalbank erworben hat? Will das Unternehmen den gesamten Holzbau im Raum Münchwilen und Stein konzentrieren, und wie wirken sich die Pläne auf die Entwicklung im Sisslerfeld aus?

Seit Mitte vergangener Woche bemüht sich die Aargauer Zeitung um eine Stellungnahme der Erne-Spitzen. Doch Verwaltungsratspräsident Erich Erne und Klaus Obermeyer, CEO der Erne AG Holzbau, waren bisher trotz wiederholter Anfragen nicht erreichbar.

Gelände wird vielleicht aufgefüllt

«Ich weiss auch nicht, wie es weiter geht», sagt der Münchwiler Gemeindeammann Willy Schürch. Es wäre deshalb verfrüht, sich zu dieser Änderung in den Besitzverhältnissen im Sisslerfeld zu äussern. An der Gemeindeversammlung in Münchwilen am vergangenen Freitag sei der Besitzerwechsel kein Thema gewesen, erklärt Schürch. An der nächsten gemeinsamen Sitzung mit Vertretern des Kantons, der Grundeigentümer und der Gemeinden Ende dieses Monats werde man vermutlich mehr erfahren.

Die Frage sei, ob das abgesenkte Gelände aufgefüllt wird oder nicht, sagt Gemeindeammann Schürch. Er vermutet, dass die Erne AG Holzbau das Areal auffüllt und danach für eine Überbauung bereitstellt. «Ich sehe die neueste Entwicklung weniger negativ als mein Amtskollege in der Nachbargemeinde Sisseln», erklärt Willy Schürch.

Der Sissler Gemeindeammann Rainer Schaub zeigte sich an der Gemeindeversammlung in der vergangenen Woche «stinksauer», weil die Aargauer Kantonalbank ausgeschert sei, während die anderen Grundeigentümer in diesem Gebiet viele Jahre im Sinne einer gemeinschaftlichen Lösung stillgehalten hätten.

Das jetzt verkaufte Areal macht ein Drittel der insgesamt 14 Hektaren grossen Sisslerfeld-Gesamtfläche aus. Auf dem Sisslerfeld, der grössten freien Industriezone in der Nordwestschweiz, war bisher eine Campusbildung mit mittelgrossen Unternehmen aus den Branchen Pharma und Life Sciences geplant. Der Sissler Gemeindeammann Rainer Schaub nimmt an, dass die Erne AG Holzbau auf der elf Meter unter Geländeniveau liegenden Fläche Bauaushub deponieren will.

«Bemühungen zunichtegemacht»

Baustellenfahrzeuge, die über mehrere Jahre dort verkehrten, seien aber wenig verträglich mit den angepeilten Unternehmen der Pharma- und Biobranche. Er sieht mit der jüngsten Entwicklung das Gesamtprojekt für das Sisslerfeld infrage gestellt. Harsche Kritik an diesem Landverkauf übt auch der Regionalmanager Gerry Thönen aus Laufenburg. Bei dem Areal in Münchwilen handle es sich sozusagen um das Filetstück des Sisslerfelds.

«Dass die Aargauer Kantonalbank diese Fläche verhökert, macht jahrelange Bemühungen zur Entwicklung des Life-Sciences-Clusters unserer Region zunichte», sagt Thönen.