Sisslerfeld
Sisseln ist verärgert über den Arealverkauf im Sisslerfeld

Die Gemeinde Sisseln sieht die gemeinschaftlichen Bemühungen ums Sisslerfeld torpediert. Jetzt will sie vorerst kein Geld mehr dafür ausgeben.

Hans Christof Wagner
Drucken
Teilen
Das brachliegende Industriegelände Sisslerfeld sorgt für heisse Köpfe.

Das brachliegende Industriegelände Sisslerfeld sorgt für heisse Köpfe.

Walter Christen

Kurzfristig vor der Sommergmeind am Donnerstag setzte die Verwaltung einen 70 000 Franken-Planungskredit für das Areal Sisslerfeld als Traktandum ab. Für diese Summe hätten Konzepte für Mobilität, Erschliessung und Vermarktung erstellt werden sollen. «Ich bin stinksauer», gestand Gemeindeammann Rainer Schaub. Hintergrund seiner Verärgerung ist der jetzt bekannt gewordene Verkauf eines Teilstücks des interkommunalen Gewerbeareals. Verkäufer ist die Aargauer Kantonalbank, Käufer die Laufenburger Erne AG Holzbau. Über viele Jahre hätten die Beteiligten stillgehalten und nicht verkauft im Sinne einer gemeinschaftlichen Lösung. Jetzt sei die Kantonalbank ausgeschert, so Schaub.

Mit allein 4,3 Hektare macht das jetzt verkaufte Areal ein Drittel der Sisslerfeld-Gesamtfläche aus. Schaub nimmt an, dass Erne auf der elf Meter unter Geländeniveau liegenden Fläche Bauaushub deponieren will. Das Fassungsvermögen sei immens. Baustellenfahrzeuge, die über mehrere Jahre dort verkehrten, seien aber wenig kompatibel mit den fürs Sisslerfeld anvisierten Unternehmen der Pharma- und Biobranche.

Schaub sieht mit der jüngsten Entwicklung das Gesamtprojekt Sisslerfeld infrage gestellt. Komme es zu weiteren Geländeverkäufen, reduziere sich das Vorhaben weitgehend auf Sissler Gemarkung. Der Gemeindeammann: «Ich gebe fürs Sisslerfeld vorerst kein Geld mehr aus, weder für Erschliessung noch für Mobilitätskonzepte.»

Gute Finanzlage

Dabei hat Sisseln genug Geld. Schaub berichtete gegenüber 44 Stimmbürgern von einem Plus im Rechnungsjahr 2013 in Höhe von 400 000 Franken. Ausgegangen war die Gemeinde von einem Defizit in gleicher Höhe. «Ein super Jahr», bilanzierte Schaub. Grund sind Mehreinnahmen vor allem bei den Aktiensteuern. Die Wasserversorgung aber müsse mehr Gewinn machen, sonst seien dringende Investitionen nicht finanzierbar.

Schaub streifte auch die neuen Projekte der Gemeinde – die Feuerwehrfusion mit Münchwilen, Bauvorhaben, Reform der Elektra, Grundwasserversorgung, Verkehrsberuhigung an Bahnhofstrasse/Schulgelände.

Bei den Kreditabrechnungen gab es eine gemischte Bilanz. Überschritten mit 40 000 und 50 000 Franken wurden die Bewilligungen bei der Sanierung der Trafostation Dorf und beim Hochwasserschutz Sisslebach. Nur wenig überschritten wurde der Verpflichtungskredit für die Umsetzung von Tempo-30-Zonen. Allerdings hatte die Sommergmeind 2012 schon einen Zusatzkredit über 25 000 Franken genehmigt. Gemeinderat Kurt Bächtold zog eine positive Bilanz nach Einführung. Messungen hätten ergeben, dass sich fast alle ans Tempolimit hielten.

Aktuelle Nachrichten