Es ist wieder so weit – die Gemeinden weisen seit einiger Zeit in ihren Mitteilungen darauf hin, dass am Mittwoch, 5. Februar, von 13.30 bis 14 Uhr die jährliche Kontrolle der Alarmsirenen stattfindet. In der Ankündigung der Aargauer Gemeinden steht, es seien keine Verhaltens- und Schutzmassnahmen zu ergreifen. Bei der Sirenenkontrolle werde einzig die Funktionstüchtigkeit der stationären und mobilen Sirenen getestet, mit denen die Einwohner bei Katastrophen und in Notlagen oder im Falle eines bewaffneten Konfliktes alarmiert würden. Ausgelöst werde «Allgemeiner Alarm» – ein regelmässig auf- und absteigender Heulton von einer Minute Dauer.

Wenn dieser Alarm jedoch ausserhalb des angekündigten Sirenentests zu hören ist, bedeutet dies, dass eine Gefährdung der Bevölkerung besteht: «In diesem Fall ist Radio zu hören, es sind die Anweisungen der Behörden zu befolgen und die Nachbarn zu informieren. Hinweise und Verhaltensregeln finden sich im Merkblatt ‹Alarmierung der Bevölkerung› auf den hintersten Seiten jedes Telefonbuches, ferner auf Seite 662 im Teletext sowie im Internet unter www.sirenentest.ch», heisst es weiter in den Gemeindemitteilungen. Dies ist jedoch ein falscher Hinweis auf den Sirenenalarm, denn das erwähnte Merkblatt ist seit 2012 in keinem Telefonbuch mehr enthalten. Wer also beim Ertönen der öffentlichen Warnsirenen – abgesehen von der Kontrolle am 5. Februar – in einem Telefonbuch die Informationsseite aufschlagen will, sucht vergebens, wie die «Schweiz am Sonntag» festgestellt hat.

Der falsche Hinweis ist bei local.ch, dem Verlag und Herausgeber der Telefonbücher, ebenfalls bemerkt worden, wie von Mediensprecher Gregor Faust zu erfahren war: «Die genannte Informationsseite, ehemals finanziert vom BBL, Bundesamt für Bauten und Logistik, ist seit 2012 nicht mehr im Telefonbuch.» Die Seite sei anscheinend Sparmassnahmen beim Bund zum Opfer gefallen.

Die Gemeinden im Aargau verweisen fast alle in ihrer Ankündigung des Sirenenprobealarms auf das Merkblatt im Telefonbuch – mit wenigen Ausnahmen. Recherchen der «Schweiz am Sonntag» haben ergeben, dass die Meldung in dieser Form vom Kanton an die Gemeinden weitergeleitet wurde: «Es handelt sich um die Vorlage eines Standardtextes», war auf Anfrage von Patrick Hämmerli beim Militär und Bevölkerungsschutz, Sektion Koordination Zivilschutz, zu erfahren.

Der Mitarbeiter des Departements Gesundheit und Soziales hielt weiter fest: «Die Meldung wird angepasst, damit der Hinweis auf die Seite in den Telefonbüchern nicht mehr enthalten ist. Wir werden uns beim Bund erkundigen, ob in Zukunft als Ersatz für das Merkblatt noch eine andere Informationsquelle, nebst Teletext und Internet, vorgesehen ist.»