Mehrmals liess sich Gerichtspräsidentin Regula Lützelschwab von den fünf Angeklagten und den beiden Klägern erklären, was vor bald zwei Jahren geschah – nie vermochten die Ausführungen wirklich Durchblick zu verschaffen.

Klar ist: Am 31. August 2013 kam es in der Nähe des Rheinfelder Bahnhofs zu einer Schlägerei. Die zwei Opfer – ein heute 20-jähriger Kosovare aus Rheinfelden und ein gleichaltriger Türke aus Kaiseraugst – sagten aus, sie hätten zunächst einen Streit zwischen ein paar jungen Männern geschlichtet.

Stunden später, auf dem Rückweg von einem Fest, seien sie am gleichen Ort von rund einem Dutzend junger Männer angegriffen worden. Unter anderem mit Elektroschockern und Teleskop-Schlagstöcken. Wobei weder Opfer noch mutmassliche Täter erklären konnten, weshalb genau es zum Angriff kam.

Klage aus Eifersucht?

Im Gegenteil: Die fünf Angeklagten – alle zwischen 20 und 22 Jahre alt, in Basel wohnhaft und mit Wurzeln im Kosovo, in der Türkei und in Mazedonien – beteuerten ihre Unschuld.

Die Staatsanwaltschaft fordert von ihnen 90 Tagessätze à 30 Franken sowie eine Probezeit von zwei Jahren.«Ich weiss nicht, wo ich an diesem Abend war. Aber ich war bestimmt nicht in so einen Vorfall verwickelt», sagte einer.

Von der Gerichtspräsidentin gefragt, ob sie die mutmasslichen Täter zweifelsfrei identifizieren könnten, antworteten beide Opfer mit Ja. Einer der beiden gab ausserdem an, sie von früher flüchtig zu kennen.

Das sorgte bei den Angeklagten für erregte Gemüter: Einer erzählte, er habe den 20-jährigen Türken seit dem «angeblichen Vorfall» mehrmals gesehen. Sie hätten sich immer gut verstanden. «Ich war überrascht, als die Anzeige bei mir eintraf.»

Die anderen Angeklagten bekräftigten diese Aussage: «Sie wollen uns etwas anhängen, was wir nicht getan haben.» Als Grund dafür gaben sie Eifersucht an, konnten aber nicht erklären, auf was die Opfer eifersüchtig sein sollten. «Vielleicht wollen sie auch schnelles Geld verdienen.»

Beide Opfer stellten hohe Genugtuungs-Forderungen. Die beiden hatten sich nach dem Angriff ins Spital begeben. Festgestellt wurden Prellungen, Schürfungen sowie bei einem der beiden ein Muskelfaserriss im Oberschenkel. Noch heute, das beteuerten vor Gericht beide, hätten sie Probleme mit den Ohren.

Urteil steht noch aus

Die Gerichtspräsidentin sagte, dass die Genugtuungs-Forderungen «klar zu hoch» seien. Ein Urteil zum Fall gab sie noch nicht bekannt.

Einerseits fehlte ein sechster Angeklagter, weil er angeblich im Ausland weilt. Andererseits will sich die Gerichtspräsidentin weitere Unterlagen zu zwei Angeklagten zukommen lassen. Einer von ihnen ist in psychologischer Behandlung. Der andere steht Ende Monat wegen eines Raserdelikts in Basel vor Gericht.