Martina Brodbeck (Violoncello), Sabine Bachmann-Frey (Akkordeon) und Sven Bachmann (Klarinette) haben sich das Ziel gesetzt, unterhaltende Musik zu vereinen mit einem hohen, kammermusikalischen Anspruch. Und so waren an diesem Abend im Kornhauskeller in Frick viele Melodien zu hören, die auf höchstem Niveau dargeboten wurden. Ob Kompositionen von Johann Strauss und Söhnen, ob Operettenmelodien, Mazurka, Tango oder Polka - jedes Stück ein Genuss. Die Zuhörer waren begeistert.

Fulminant gleich zu Beginn von Johann Strauss das «Eljen a Magyar». Und mit einem Potpourri des 1885 in Wien uraufgeführten «Zigeunerbarons» blieb das Ensemble in österreichisch-ungarischen Gefilden. Eindrücklich hier die Gefühlspalette von verschmähter Liebe, Rache und Geld, die emotional, zärtlich, aber auch fröhlich ihren Ausdruck finden.

Berührende Klänge

Was Johann Strauss für die Wiener ist, das ist Paul Lincke als Operettenkönig für die Berliner. Von ihm war der wunderschöne «Luna-Walzer» zu hören. Ein internationaler Hit und einer der meistgespielten Tangos weltweit ist «La Jalousie» von Jacob Gade. Berührend die melancholisch-verträumten, schwingenden Klänge, gekonnt interpretiert von den Musikern. Leroy Anderson ist bekannt für recht ungewöhnliche Kompositionen, so wie sein poesievoll-klassischer, schwelgerischer «Blue Tango».

Als Begründer des Tango Nuevo gilt der argentinische Komponist Astor Piazzolla. Er veränderte den traditionellen Tango durch neue Elemente wie Jazz, Klassik oder Folklore, gab ihm einen anderen Rhythmus und ein originelles Tempo. Romantik, Schwermut, Leidenschaft, Sehnsucht und verführerische Erotik kommen zum Ausdruck in seinem Zyklus, in dem er die vier Jahreszeiten in Buenos Aires beschreibt.

Frühling und Sommer an einem Abend

An diesem Abend im Kornhauskeller durfte das Publikum zwei Teile, die vom Frühling und Sommer, geniessen. Weiter ging es im Dreivierteltakt mit dem Lagunen-Walzer, einer Glühwürmchen-Idylle und einem Kinderlied auf Abwegen. Zwei Zugaben waren der Dank der Künstler für den herzlichen Applaus.

Das Trio «La Jalousie» konzertiert seit 20 Jahren in der Schweiz, mit kurzen Abstechern nach Deutschland. Sabine Bachmann-Frey hat eine Ausbildung als Akkordeonlehrerin und ein Diplom für Klavier. Sie ist Mitglied in verschiedenen Orchestern, unterrichtet an Musikschulen und ist tätig in Chören. Sven Bachmann hat ein Diplom für Saxofon und Klarinette, ist unterwegs vor allem in romantisch-klassischer Kammermusik mit Interesse für die Moderne. Er ist Mitglied im Aargauer Kammerorchester und anderen Formationen. Martina Brodbeck schloss ihr Studium mit einem Konzertdiplom ab. Sie spielt in verschiedenen Ensemble, hat internationale Engagements und beschäftigt sich mit zeitgenössischer Musik.