Kaisten
Sie arbeiten mit weggeworfenem Material und erschaffen Kunstwerke

Die Ausstellung in der Mühle zeigt Werke von Daniel Schwarz und Heiko Hillig. Schwarz arbeitet mit ausrangierten Haushaltgegenständen, Hillig mit Wellkarton.

Ingrid Arndt (Text und Foto)
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Das Werk «City» von Daniel Schwarz (l.), neben ihm steht Heiko Hillig, im Hintergrund dessen blau-grüne Bildkompositionen.

Das Werk «City» von Daniel Schwarz (l.), neben ihm steht Heiko Hillig, im Hintergrund dessen blau-grüne Bildkompositionen.

Ingrid Arndt

Gleich hinter dem Eingang zur Ausstellung fasziniert die neueste Arbeit von Daniel Schwarz, die grossformatige Installation «City im Ring». Es ist die Skyline einer Stadt, bei der hintereinandergeschichtete Eisenbleche Räumlichkeit vermitteln.

«Auf diese Bleche werden die Konturen aufgezeichnet, mit dem Plasmabrenner ausgeschnitten und gestaltet» erklärte der Künstler aus Effingen. Und weiter: «Auch die kleinen Männchen aus Flachblech entstanden so.» Umrahmt wird das Ganze von einem rostigen, quergeschnittenen alten Wasserboilerstück. Ideenreichtum gepaart mit Poesie und Schönheit beeindrucken hier.

Ebenso wie der Zauber der abstrakten Kompositionen von Heiko Hillig aus Zeiningen. Eindrücklich das schillernde Spiel der Farben seiner Bilder, das sich je nach Blickwinkel stetig verändert. Was eben noch schwarz war, wird weiss, was meergrün ist, wird von rechts betrachtet tiefblau. Die strukturierten Bilder haben Tiefe, geben nicht sofort preis, aus welchem Material sie entstanden sind.

Hillig klärt auf: «Wellkarton wird von jeder Seite unterschiedlich eingefärbt und mithilfe einer Bandsäge in etwa drei Zentimeter breite Streifen geschnitten. Danach werden diese Streifen in einen vorgefertigten Rahmen geschichtet, das herrliche Komponieren der Farben beginnt. Für mich fast wie bei einem Musikstück mit einem stets anderen Rhythmus. Hier kann ich ohne Vorgaben ein kraftvolles Farbenspiel entstehen lassen aus bis dahin eher nutzlosem Material. Das Alltägliche bleibt hinter mir.»

Kein wertloser Ramsch

Beide Künstler arbeiten gerne mit für andere eher wertlosem Material. Hillig mit weggeworfenen Wellkarton, Schwarz mit Eisenresten oder ausrangierten Haushaltgegenständen. Mit künstlerischen Poesie, Kreativität und handwerklichem Geschick zaubern sie daraus kraftvoll sinnliche Kunstwerke.

Immer wieder erzählt Schwarz in seinen Skulpturen von seinen grossen Themen «Balance» und «Mut». Figuren balancieren hintereinander oder übereinander stehend auf Ketten über einen Abgrund, geben sich Halt, haben gemeinsam das Ziel fest im Auge. Sie tragen sorgsam eine Weltkugel, stehen mutig und ohne Angst vor der Tiefe.

Beide Künstler kennen sich schon seit Jahren, dies ist jedoch ihre erste gemeinsame Ausstellung. Hillig schloss sein Studium als Diplomdesigner ab, arbeitet in Teilzeit, ist freiberuflich tätig sowie Lehrbeauftragter. Schwerpunkte der Arbeiten von Schwarz sind Eisenplastiken, fantasievolle Fabelwesen, Skulpturen, Bilder und Kunst am Bau. Herausragend sein phänomenales Formempfinden, sein Blick für Symmetrie und harmonische Proportionen, seine unerschöpfliche Kreativität. Beide Künstler beteiligen sich seit vielen Jahren im In- und Ausland an Gruppen-und Einzelausstellungen, haben diverse Auszeichnungen und Preise erhalten, arbeiten in Fachgruppen mit, veröffentlichen Publikationen.

Öffnungszeiten der Ausstellung jeweils Sonntag, 18. und 25. März, 14 bis 17 Uhr.