Wallbach

Sicherheitshalber zweite Staubmessung

Sauberere Luft?

Wallbach

Sauberere Luft?

In Wallbach hoffen die Anwohner auf bessere Luft, nachdem das badische Aluminiumschmelzwerk stillgelegt ist. Eine zweite Messung, deren Daten noch nicht vorliegen, soll nun Gewissheit geben.

Staubmessungen an zwölf Punkten im Dorf und deren Auswertung in einem Institut in Zofingen ergaben, dass sich zwar Blei, Kupfer und Zink feststellen liessen, jedoch kein Verursacher ermittelt werden konnte. «Die Konzentration der Schwermetalle lag in allen Fällen unter der Norm», versicherte Gemeinderat Ruedi Berner.

Dass Belästigungen von den chemischen Betrieben am badischen Rheinufer ausgegangen waren, wollte auch er nicht bestreiten. Von dem Aluminiumschmelzwerk seien je nach Windrichtung durchaus Abluftwolken über den Rhein und Wallbach hinweggezogen. Schon im Sommer 2009 habe der Gemeinderat mehrfach interveniert und auch Kontakt mit deutschen Behörden gehabt. Nach dem Konkurs sei das Schmelzwerk definitiv dicht, so Berner mit dem Hinweis auf eine amtliche Betriebsschliessung durch das Regierungspräsidium Freiburg auf Ende
Juli 2010.

Berner sprach ferner von «grausamen Mängeln in der Filtertechnik», doch zwischenzeitlich rauche der Kamin nicht mehr. Das benachbarte, weiterhin dampfende Pyrolysewerk arbeite einwandfrei mit modernsten Luftreinigungsanlagen. Dass ein von zwei Schweizer Unternehmen ennet am Rhy betriebenes Belagswerk für Teer «massiv herüberstinkt», wie es am öffentlichen Info-Abend im Gemeindesaal am Montag geheissen hatte, wurde registriert.

Weil das Schmelzwerk mittlerweile stillgelegt ist, hatte sich der Gemeinderat Ende August zu einer zweiten Messkampagne entschlossen, um Vergleichswerte zu bekommen. Die Auswertung erfolge wieder in Zofingen, bemerkte Gemeinderat Berner und hielt es für richtig, dass man sich die Staubmessungen rund 16 000 Franken «im Interesse der Gewissheit» habe kosten lassen.

Arbeiten am Gestaltungsplan

Die Erschliessung des Baugebiets «Brühl» bleibt weiterhin auf der Traktandenliste des Gemeinderats. Nachdem der Entwicklungsrichtplan Gestalt angenommen hat, können die Arbeiten in einen Gestaltungsplan münden. Vizeammann Hans Gloor plädierte für ein Arbeitspapier, um die Bedürfnisse und Interessen von Grundeigentümern, Planern und Investoren kennen zu lernen und im ersten Halbjahr 2011 auch einen Workshop abzuhalten. Nach erfolgreicher Auflage geht der Gestaltungsplan zur Genehmigung an den Regierungsrat. Der Vizeammann rechnet mit baulichen Aktivitäten «frühestens ab 2013».

Eine Expertise zum heiss umkämpften Abwasserprojekt (az vom 25. Oktober) befürwortete den Bau einer Druckleitung nach Möhlin und den Anschluss der Gemeinden des Abwasserverbands Fischingertal.

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