Heli-Einsatz
Sicherheit geben

Für die Jagd nach Einbrechern bot die Polizei einen Helikopter auf. Er kreiste mitten in der Nacht über Frick. Der Kommentar.

Thomas Wehrli
Thomas Wehrli
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Mit einem Armee-Heli jagt die Kantonspolizei über einem Waldgebiet in Frick Einbrecher. (Symbolbild)

Mit einem Armee-Heli jagt die Kantonspolizei über einem Waldgebiet in Frick Einbrecher. (Symbolbild)

KEYSTONE/EPA KEYSTONE/ALEXANDRA WEY

Schlaflos in Frick hiess der Film, in dem sich in der Nacht auf Freitag etliche Einwohner der 5000-Seelen-Gemeinde wähnten. Denn die Kantonspolizei suchte mit einem Grossaufgebot rund um Frick nach Unbekannten, die ins Recycling-Center eingedrungen waren – wohl Profis auf der Suche nach Buntmetallen und Bargeld. Zur Unterstützung forderte die Polizei einen Armee-Helikopter an und der kreiste zwischen 23.30 und 2 Uhr unentwegt über dem Dorf.

Der Unmut über den kreisenden Schlafkiller war gross. Die Verunsicherung ebenso.
Ist ein Straftäter auf der Flucht? Bin ich in Gefahr? In den sozialen Netzwerken machten etliche Szenarien die Runde. Sie hätten, erzählte mir ein Ehepaar, ein Fleischmesser ins Schlafzimmer geholt. Sicher sei sicher.

Dass der Einsatz Einbrechern galt und für die Bevölkerung keine Gefahr bestand, erfuhr diese erst am Morgen; um 9.52 Uhr ging die Mitteilung raus. Zwei Fragen stellen sich: Ist es verhältnismässig, einen Helikopter wegen eines Einbruchs stundenlang nachts über ein dicht besiedeltes Dorf kreisen zu lassen? Und: Müsste die Polizei nicht sofort – per Twitter und Facebook – informieren und beruhigen?

Im Nachhinein mag der Einsatz als grenzwertig erscheinen. Mir ist es aber lieber, die Polizei rückt einmal zu viel und zu «heftig» aus als umgekehrt. Für mich ist es indes in Zeiten von Online-Medien, Facebook und Twitter schlicht nicht nachvollziehbar, dass man die Bevölkerung erst am Morgen informiert. Die Polizei führt dafür unter anderem Ressourcengründe an. Ist dem so, müssen wir ihr diese Ressource geben. Das Gefühl von Sicherheit ist unbezahlbar.