Rheinfelden
Sexuelle Handlungen mit Kindern: Honduraner wird von Vorwurf freigesprochen

Vor dem Bezirksgericht wurde ein Honduraner unter anderem wegen Schändung und sexuellen Handlungen mit Kindern angeklagt. Das Gericht sprach ihn von diesen Vorwürfen frei.

Adrian Hunziker
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Bezirksgericht Rheinfelden: Hier fand die Verhandlung gegen den Honduraner statt

Bezirksgericht Rheinfelden: Hier fand die Verhandlung gegen den Honduraner statt

Peter Rombach

Der 21-jährige Pedro (Name geändert) stand gestern vor dem Rheinfelder Bezirksgericht. Er wurde wegen sage und schreibe acht verschiedenen Punkten angeklagt, darunter Schändung, sexuelle Handlungen mit einem Kind, Drohung und versuchte Nötigung.

Pedro durchlebte keine einfache Kindheit. Sein Vater war Alkoholiker und schlug seinen Sohn mehrfach. «Er versuchte auch mich umzubringen», sagte Pedro vor Gericht. Als der Angeklagte vier Jahre alt war, trennte sich seine Mutter von seinem Vater. Seither hat Pedro seinen Vater nicht mehr gesehen. Es ist ihm mittlerweile auch egal, wo sich dieser aufhält.

Da er nie eine strenge Hand gespürt habe, habe er gemacht, was er wollte, so Pedro. «Dabei waren viele schlechte Dinge. Ich habe viel Alkohol konsumiert und auch mit Drogen gedealt», meinte der 21-Jährige. So führte das eine zum anderen und er wurde schwer alkoholabhängig. Diese Sucht habe ihn zu vielen Fehlbarkeiten veranlasst, rechtfertigte sich der Honduraner.

Beide waren stark betrunken

So hatte er vor zwei Jahren als 19-Jähriger Geschlechtsverkehr mit einer 17-Jährigen. Er war dabei wieder einmal betrunken. Sie sei dabei sogar so betrunken und bekifft gewesen, dass sie nicht mehr gewusst habe, was sie tat, hiess es in der Anklageschrift. Da das Mädchen unfähig war, sich zu widersetzen und er das ausnützte, um mit ihr Sex zu haben, wurde er der Schändung, aber nicht der Vergewaltigung angeklagt.

Pedro wurde zudem vorgeworfen, er habe eine 15-Jährige unsittlich an ihren Brüsten und zwischen den Beinen angefasst, was einer sexuellen Handlung mit einem Kind entspricht.

Betrunken war er aggressiv

Zu einem anderen Zeitpunkt machte die Alkoholsucht des Beschuldigten ihm einen weiteren Strich durch die Rechnung. Im Suff schlug der derzeit Arbeitslose einem Jugendlichen die Faust mehrmals ins Gesicht, nachdem dieser schlecht über ihn geredet haben soll. Zudem drohte Pedro ihm, er werde ihn totschlagen, wenn er eine Anzeige machen sollte.

Ähnliche Drohungen stiess Pedro auch gegenüber einer Ex-Freundin aus, wenn sie ihre Meinung nicht ändern sollte und zu ihm zurückkehren würde. Zudem rauchte er, neben dem übermassigen Alkoholkonsum, auch regelmässig Haschisch und Marihuana.

Das Bezirksgericht Rheinfelden sprach ihn von den Vorwürfen der Schändung und der sexuellen Handlung mit Kindern frei. Das Gericht sah betreffend die Schändung den Nachweis völliger Widerstandsunfähigkeit als nicht erwiesen an. Es sprach den 21-Jährigen aber wegen mehrfacher einfacher Körperverletzung, Drohung, der versuchten Nötigung und der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes schuldig. Er muss eine Busse von 300 Franken bezahlen und erhielt eine bedingte Geldstrafe von 3600 Franken, die auf fünf Jahre Bewährung festgesetzt wurde.