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Auf Wachstum eingestellt: Diese Grossprojekte stehen in der Zähringerstadt an

Das Fricktal wächst – und damit auch die Anforderungen an die Infrastruktur. Die AZ zeigt grössere Projekte in den Gemeinden in einer neuen Serie. Heute: Rheinfelden.

Thomas Wehrli
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Im Engerfeld in Rheinfelden entsteht für 17 Millionen Franken eine Dreifachturnhalle.

Im Engerfeld in Rheinfelden entsteht für 17 Millionen Franken eine Dreifachturnhalle.

Bild: zvg

Das Fricktal hat sich in den letzten Jahren stark verändert – und wird es auch weiterhin tun. Der Wandel ist nötig, denn mit dem Bevölkerungswachstum muss auch die Infrastruktur – die private wie die öffentliche – mitwachsen. Lebten vor 20 Jahren erst rund 63'000 Einwohner in den beiden Bezirken Laufenburg und Rheinfelden, sind es heute über 81'000. Das entspricht einem Plus von satten gut 28 Prozent.

Und in diesem Stil wird es weitergehen: Stimmen die Bevölkerungsexplorationen des Kantons, wohnen in 30 Jahren über 100'000 Personen im Fricktal. Das ist nochmals ein Viertel mehr als heute.

In den 32 Gemeinden stehen viele grosse Projekte an

Diese Entwicklungsprognosen fordern die Gemeinden heute schon heraus. Nur wer rechtzeitig Planungs- und Bauschritte einleitet, ist für die Zukunft bereit. Die AZ hat bei den 32 Fricktaler Gemeinden nachgefragt, welche grösseren Projekte kurz vor dem Abschluss stehen – und welche im kommenden Jahr an die Hand genommen werden.

Eines lässt sich summarisch sagen: Es sind viele und jedes für sich wichtig. Die AZ blickt in einer losen Serie auf die (kommenden) Grossprojekte in den Fricktaler Gemeinden.

Die Stadt Rheinfelden ist dabei einer der grossen Wachstumstreiber im Fricktal. Dank ihrer Nähe zu Basel mit seinem pulsierenden Wirtschaftsraum und seiner guten Infrastruktur lockt das Zähringerstädtchen seit Jahren viele Zuzüger an – gerade auch aus der Region Basel.

Entsprechend sind in den letzten Jahren in Rheinfelden mehrere hundert Wohnungen entstanden. Zudem erfüllt Rheinfelden – wie Frick im oberen Fricktal – eine wichtige Zentrumsfunktion im unteren Fricktal. Diese möchte die Stadt mit der Ansiedlung der Mittelschule noch zusätzlich stärken.

Ob dies gelingt, wird sich am 9. November zeigen. Dann entscheidet der Grosse Rat, ob die Fricktaler Mittelschule, die im Sommer 2029 eröffnet wird, in Stein oder Rheinfelden gebaut wird. Beide Standorte sind geeignet – die besseren Karten hat allerdings Stein. Das zeigte sich in der politischen Anhörung zur Vorlage.

Neue Dreifachturnhalle ist auf Kurs

Deshalb beantragt der Regierungsrat dem Grossen Rat in gut zwei Wochen auch, die Schule im mittleren Fricktal zu bauen – und erhält dabei Support von der zuständigen Bildungskommission: Sie spricht sich mehrheitlich für Stein aus. Die dritte Bewerberin, die Gemeinde Frick, hat keine Chancen mehr auf die Mittelschule.

Ein laufendes Grossprojekt in Rheinfelden betrifft ebenfalls den Schulbereich – und dies am Standort, wo die Mittelschule zu stehen käme: Im Engerfeld wird derzeit an der neuen Dreifachturnhalle gebaut. Das 17-Millionen-Projekt kann im kommenden Jahr abgeschlossen werden.

Weiter beschäftigen wird die Stadt im nächsten Jahr zudem ein wichtiges Projekt: die Planung für die Entwicklung und Umgestaltung des Bahnhof­areales sowie das Gestaltungsplanareal Bahnhofsaal. Das Areal rund um den Bahnhof ist ein zentraler Dreh- und Angelpunkt der Stadt – und fungiert zugleich als Visitenkarte, als erster Berührungspunkt für die (ausländischen) Touristen, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind.

Vier Projekte, die 2022 starten

Die Johanniterkappe muss für 1,9 Millionen saniert werden.

Die Johanniterkappe muss für 1,9 Millionen saniert werden.

Bild: Henri Leuzinger

Aber auch mehrere neue Projekte kommen auf die Stadt zu. Stadtschreiber Roger Erdin nennt vier grössere Projekt, die im kommenden Jahr gestartet werden sollen. Da ist zum einen der Neubau des Garderobengebäudes und des Lokals des FC Rheinfelden im Schiffacker mit einem Investitionsvolumen von 1,75 Millionen Franken. Da ist, zweitens, die Johanniterkapelle, die heute als Ausstellungsraum genutzt wird und für rund 1,9 Millionen Franken saniert werden muss. Da sind, drittens, die Strassen- und Werkleitungssanierungen im Roberstenquartier zwischen Haldenweg und Theodorshofweg. Die Sanierung erfolgt im Zuge der Erweiterung des Wärmeverbundes Rüchi und kostet rund 4,1 Millionen Franken.

Und da ist, viertens, der Start zur Gesamtrevision der Nutzungsplanung – also jenem Instrument, das eines will: den Weg in die Zukunft weisen. Der Kanton schreibt auf seiner Website zur Zielsetzung dieses Planungsinstrumentes: «Die Nutzungsplanung ermöglicht es der Gemeinde, die in einem räumlichen Entwicklungsleitbild erarbeiteten Entwicklungsziele umzusetzen und durch geeignete Massnahmen grundeigentümerverbindlich festzulegen.»

Wer die Rheinfelderinnen und Rheinfelder etwas kennt, weiss zweierlei: Es gibt viel zu tun – und es wird viel zu reden geben.

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