Jede Region hat sie – ihre geheimnisvollen und mystischen Orte. So auch das Fricktal. Einer davon ist der Buschberg in Wittnau: 1994 war für den Buschberg ein Jahr mit Meilensteincharakter. Damals öffnete eine Gruppe von zehn Personen unter der Leitung des englischen Heilers Geoffry Boltwood im Wald unmittelbar hinter der Kapelle ein «Erdenergiezentrum».

Seltsame Töne sollen dabei aus dem Boden erklungen sein, die auf Tonband festgehalten wurden. Seitdem erlangte der Buschberg als Kraftort über die Landesgrenzen hinaus einen grossen Bekanntheitsgrad.

Auch die Kapelle gilt als Ort der Kraft. Die Schweizer Geomantin Blanche Merz mass auf dem Buschberg Stärken zwischen 22 000 und 34 000 Bovis-Einheiten. Dieser Wert wird mit Rute und Pendel ermittelt und gibt Auskunft über die energetische Ausstrahlung eines Ortes. Er ist allerdings nicht mit wissenschaftlichen Messmethoden greifbar.

Bereits im 19. Jahrhundert und vermutlich auch früher war der Buschberg ein beliebter Wallfahrtsort. Grund dafür ist die Rettung des Müllers Benedikt Martin, der beinahe von seinen Pferden überfahren wurde. Als Dank liess er am Ort des Geschehens ein Kreuz aufstellen. Dieses wurde zu einem weitherum bekannten Wallfahrtsort.

Auch heute suchen die Menschen den Weg auf den Buschberg, um in der Kapelle oder weiter hinten im Wald an der Steinspirale zu meditieren und neue Kräfte zu tanken. «In der Martinskapelle berühren sich Himmel und Erde, treffen sich Menschen mit unterschiedlicher Spiritualität. Ich bin sehr gerne in der Kapelle zu Andachten, Taufen und Hochzeiten.

Dabei erlebe ich immer wieder, wie dieser Ort die Menschen öffnet für den Glauben an Gott», sagt Christoph Küng, Leiter der römisch-katholischen Pfarrei in Wittnau. Schon der Fussweg zur Kapelle verändere den Menschen. Viele kommen hierher mit ihren persönlichen Anliegen und Sorgen. Im Fürbittenbuch werden diese Wünsche und Bitten aufgeschrieben.

Tod im St.-Anna-Loch

An Sagen über das St.-Anna-Loch bei Rheinfelden mangelt es nicht. So erzählt man sich, dass die Burgherrin Anna nach dem Einfall eines Reitervolkes in die Strudel des Rheins gestossen wurde. Wenn nun an dieser Stelle, dem sogenannten St.-Anna-Loch, Menschen zu Tode kommen, werden sie laut der Sage von der Burgherrin aufgenommen. Heute stellt eine Brunnenskulptur von Roland Kistner eine amphibische Frauengestalt mit einem ertrunkenen Kind dar.

Sagen hin oder her: Das St.-Anna-Loch gilt mit über 30 Metern als einer der tiefsten Gräben im Rhein. Es beginnt stromabwärts ab der Brücke zwischen der Felseninsel und dem rechtsrheinischen Ufer beim Haus Salmegg. Hier stürzt das Rheinwasser mit bis zu 4500 Kubikmeter pro Sekunde an einem rund 30 Meter mächtigen Wasserfall im Flussbett in die Tiefe.

Im Bereich des mittleren Brückenbogens ist ein tiefer Canyon in das Gestein eingeschnitten, der die Wassermassen wie eine Düse beschleunigt. Kein Wunder, ist diese Stelle enorm gefährlich, da die tödliche Gefahr an der Wasseroberfläche kaum erkennbar ist und unterschätzt wird.

Kelten auf dem Sonnenberg

Der Sonnenberg zwischen Möhlin und Maisprach ist ein beliebter Aussichtsberg, auf dem 1913 aus Jurasandstein ein 20,8 Meter hoher Turm gebaut wurde. 99 hölzerne Stufen führen auf die Aussichtsplattform. Die Grenze zwischen den Kantonen Aargau und Baselland verläuft durch den Turm hindurch. Doch nicht nur aufgrund seiner Lage und Aussicht ist der Turm etwas Besonderes: Es wird vermutet, dass der Sonnenberg in der keltischen Zeit als Kultstätte eine Bedeutung hatte.

Wie der Bodenforscher Werner Brogli aus Möhlin berichtet, gehört der Sonnenberg vermutlich zum sogenannten Belchensystem. Dieses umfasst fünf Berge mit dem Namen Belchen im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz, das den Kelten als Sonnenkalender gedient haben könnte. Im Zentrum des Systems stehen der Elsässer Belchen, der Schwarzwälder Belchen und der Schweizer Belchen.

Sie stehen in einem Dreieck genau so zueinander, dass an Sonnenauf- und -untergängen die Jahreszeit abzulesen ist. So geht etwa zu Frühlings- und Herbstanfang die Sonne vom Elsässer Belchen aus gesehen genau über dem Schwarzwälder Belchen auf.