Gansingen
Selfies, Autogramme und ein kurzer Schwatz: Beim Start zur vierten Etappe war die Velo-Prominenz ganz nah

Beim Start zur vierten Tour-de-Suisse-Etappe in Gansingen kamen die Radsport-Fans aus der Region auf ihre Kosten. Velo-Stars wie Peter Sagan und Stefan Küng schrieben minutenlang Autogramme.

Nadine Böni
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Kurz vor dem Startschuss reiht sich das Feld unter dem Startbogen auf.
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An der Strecke warten Fans mit Fahnen und Ballons auf den Start.
Tour de Suisse-Direktor Olivier Senn dankt dem Gansinger OK-Chef Emanuel Hüsler für den Einsatz.
Hüsler erhält zum Dank ein gelbes Leadertrikot.
Leader Stefan Küng signiert das Trikot – Direktor Senn persönlich hält dafür den Rücken hin.
Silvan Dillier (Mitte) mit seinen Teamkollegen auf der Bühne.
Dillier posiert auch mit dem Maskottchen der Tour.
Peter Sagan nimmt sich im Startraum Zeit für die Fans.
Der Weltmeister schreibt minutenlang Autogramme und spricht auch mit Journalisten.
Stefan Küng wird auf der Bühne interviewt.
Auch Nairo Quintana nimmt sich Zeit für Fotos mit Fans.
Auf wen sie warten ist klar: Weltmeister Peter Sagan.
Alle Teams werden vor dem Start dem Publikum präsentiert und vorgestellt.
Die Gansinger Schüler und Kindergärtler dürfen sich das Spektakel aus der Nähe ansehen.
Der Weg zur Bühne führt direkt vor den Zuschauern hindurch.
Auch Stefan Küng nimmt sich Zeit für einige Autogramme.
Silvan Dillier bedankt sich vor dem Start bei den Fans für die Unterstützung.
Die Fotografen nutzen die letzte Gelegenheit bevor es los geht.
Es bleibt noch Zeit für ein letztes Erinnerungsfoto: Silvan Dillier, Olivier Senn und Stefan Küng (v.l.) vor dem Start.
Tour de Suisse in Gansingen
Die Fahrer treten in die Pedale.
Wenige Sekunden vergehen - dann sind die Fahrer auch schon hinter der nächsten Hausecke verschwunden.

Kurz vor dem Startschuss reiht sich das Feld unter dem Startbogen auf.

Nadine Böni

Hier ein Selfie mit Weltmeister Peter Sagan, da ein Autogramm von Olympiasieger Greg van Avermaet, dort ein kurzer Schwatz mit Tour-de-Suisse-Leader Stefan Küng – die Radsport-Fans kommen am Dienstagmittag auf ihre Kosten. Gansingen, am Vorabend schon Zielort der dritten Etappe, ist Startort der vierten Etappe. Diese wird die Fahrer über die Staffelegg nach Aarau, später nach Zofingen und schliesslich bis nach Gstaad im Berner Oberland führen.

Die Velo-Prominenz ist dabei zum Anfassen nah. Schon weit über eine Stunde vor dem Rennen tummeln sich Dutzende Besucher im Startbereich. Laute Musik dröhnt aus den Lautsprechern. Unter den Besuchern sind viele Kinder in blauen Shirts und grünen Mützen. Es sind die Kindergarten- und Primarschulklassen aus dem Dorf. Sie dürfen sich den Mega-Event ganz aus der Nähe anschauen – und machen schon ordentlich Stimmung, als der Werbetross an ihnen vorbeifährt.

Einstudiertes Luftbild

«Wir haben uns in einer Projektwoche vorbereitet und unter anderem Fahnen gebastelt», sagt Kindergärtnerin Marina Mauro. «Die Vorfreude bei den Kindern war in den vergangenen Tagen schon riesig.»

Ein besonderes Highlight sei der grosse Auftritt am Montagnachmittag gewesen. Die Kindergarten- und Primarschulklassen studierten für die Zielankunft extra ein Luftbild ein: eine Gans auf einem Einrad. Sie wurde prompt live im Fernsehen übertragen. «Das Lehrerteam und die Kinder haben einen grossartigen Zusammenhalt gezeigt», sagt Mauro.

Die Zieleinfahrt der Etappe: Sieger Sonny Colbrelli (ITA, rechts) knapp vor Fernando Gaviria (COL, links) und Peter Sagan (SVK, mitte).
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Die Zieleinfahrt der Etappe: Sieger Sonny Colbrelli (ITA, rechts) knapp vor Fernando Gaviria (COL, links) und Peter Sagan (SVK, mitte).

Sandra Ardizzone

Je näher der Startschuss rückt, desto grösser wird das Gedränge hinter den Banden. Kein Wunder: Schon bald werden die Fahrer einer nach dem anderen auf die Bühne treten und sich dort offiziell für das Rennen eintragen. Der Weg zur Bühne führt dabei direkt vor den Zuschauern hindurch. «Es ist schön, die Fahrer mal von so nah zu sehen, wo man sie doch sonst nur aus dem Fernsehen kennt», sagt eine ältere Besucherin aus dem Nachbardorf Oberhofen.

Viel Applaus für die Schweizer

Bei der Vorstellung auf der Bühne erhalten die Schweizer den grössten Applaus – darunter Michael Albasini, Mathias Frank, Stefan Küng und natürlich Silvan Dillier, der Aargauer, der regelmässig in den Hügeln um Gansingen trainiert. Er gibt auf der Bühne ein kurzes Interview und freut sich über die grosse Unterstützung: «Es ist besonders schön, dass viele Bekannte und Freunde gekommen sind. Die persönlichen Anfeuerungsrufe helfen sehr, wenn es auf der Etappe hart wird.»

Dillier nimmt sich danach kurz Zeit, einige Freunde im Startraum zu begrüssen. Auch die anderen Velo-Stars zeigen sich nahbar. Weltmeister Peter Sagan schreibt minutenlang Autogramme, genauso Stefan Küng. Er setzt seine Unterschrift ausserdem auf ein gelbes Leadertrikot, das OK-Chef Emanuel Hüsler als Dank für seinen Einsatz geschenkt bekommt. Tour-Direktor Olivier Senn persönlich hält dafür den Rücken als Schreibunterlage hin.

Ammann mit wichtiger Aufgabe

Dann ist es auch schon soweit: Das Fahrerfeld reiht sich unter dem Startbogen auf. Die verbleibende Zeit bis zum Start wird über einen Lautsprecher minutenweise runtergezählt. Es ist auch der grosse Auftritt von Gemeindeammann Mario Hüsler. Ihm kommt die Ehre zu, das Rennen mit dem Startschuss freizugeben. Aufgeregt, angesichts dieser Verantwortung? Hüsler lacht. «Nein, aufgeregt waren wir in den Tagen vor dem Rennen. Aber jetzt kann nichts mehr schiefgehen.» Und damit liegt er richtig.

Ein Schuss, die Fahrer treten in die Pedale. Die Schüler lassen bunte Ballons in den Himmel steigen. Ein paar Sekunden vergehen, dann sind die Fahrer hinter der nächsten Hausecke verschwunden. Viele der Besucher machen sich auf den Heimweg. Zwei ältere Herren haben das Spektakel vom Balkon aus beobachtet. «Das war hübsch anzuschauen, aber jedes Jahr müsste ich das nicht haben», sagt einer von ihnen. Der andere nickt.

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