Rheinfelden

«Selbstbestimmung sicherstellen»: Der «Schützen» wird geschützt

Der «Schützen» in Rheinfelden gehört künftig einer gemeinnützigen Stiftung.

Der «Schützen» in Rheinfelden gehört künftig einer gemeinnützigen Stiftung.

Die Schützen Rheinfelden AG wird in eine gemeinnützige Stiftung überführt, um die Zukunft zu sichern.

Die Schützen Rheinfelden AG betreibt die Klinik Schützen sowie die Hotels Schützen, Eden im Park und Schiff in Rheinfelden. Ihre Aktienmehrheit wird nun per Ende September zusammen mit der Stimmenmehrheit der Schützen Rheinfelden Immobilien AG, welche die Liegenschaften besitzt, in der Schützen Rheinfelden Holding zusammengeführt und der gemeinnützigen «Stiftung für psychosomatische, ganzheitliche Medizin Rheinfelden» übertragen.

Dies ist möglich, weil die vier Hauptaktionäre ihre Aktien stiften oder zu einem «moderaten Preis» verkaufen, wie Albi Wuhrmann, Geschäftsleitungsmitglied der Schützen Rheinfelden AG, einer der bisherigen Hauptaktionäre und künftiger Stiftungsratspräsident erklärt. «Dank diesem Schritt können wir langfristig die Selbstständigkeit und die Selbstbestimmung sicherstellen», so Wuhrmann weiter.

Diese Art der Trägerschaft sei die «ideale Lösung» für den künftigen Betrieb von Klinik und Hotels. «Die Stiftung ist ein sicherer Hafen und wir können den Schützen so der Spekulation entziehen», so Wuhrmann. Eine Stiftung habe eine viel starrere Struktur als eine Aktiengesellschaft, führt Wuhrmann weiter aus.

Operative Leitung bleibt gleich

«Mit diesem Schritt sind Übernahmen von Dritten oder ein Verkauf an Investoren mit betriebsfremden Ideen ausgeschlossen», so Wuhrmann. Entsprechende Interessenten und Anfragen habe es in der Vergangenheit immer wieder gegeben. «Der Klinik-Markt ist in Bewegung und teilweise auch spekulativ», so Wuhrmann.

Für die rund 400 Mitarbeitenden sowie die Patienten, Gäste, Geschäftspartner und Aktionäre bringt die Überführung in die Stiftung laut Wuhrmann keine Veränderungen mit sich. «Der Betrieb mit Klinik und Hotel sowie die Immobiliengesellschaft werden sich unter der neuen Trägerschaft weiterhin eigenständig entwickeln.» Operativ wird das Unternehmen weiterhin durch die bestehende Geschäftsleitung mit Hanspeter Flury, Albi Wuhrmann und Martin Sonderegger geführt.

Änderungen geben wird es hingegen im Stiftungsrat. Samuel Rom und Hanspeter Flury werden diesen verlassen. Albi Wuhrmann behält sein Mandat und amtet künftig als Stiftungsratspräsident. Die übrigen Mitglieder des Stiftungsrates müssen künftig Personen sein, die keine Funktion der Schützen Rheinfelden AG innehaben. «Gespräche sind im Gang», so Wuhrmann, «wir sind auf einem guten Weg.» Namen könne er indes derzeit noch nicht nennen. Der Stiftungsrat werde wie bis anhin die Stiftung führen, sei aber neu auch «Wächter über den ‹Schützen›», so Wuhrmann.

Gemäss Stiftungszweck fördert die seit 1985 bestehende gemeinnützige Stiftung eine ganzheitliche Medizin im Sinne einer umfassenden Behandlungsweise, die psychische, somatische und soziale Faktoren in einem Krankheitsbild berücksichtigt. Die künftige Trägerschaft sei mit diesem Stiftungszweck vereinbar und auch rechtlich gebe es keine Hindernisse so Wuhrmann. «Die Stiftung kümmert sich weiterhin um ihre Aufgaben, sie besitzt aber künftig zusätzlich ein Unternehmen.»

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Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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