Tradition

Segensbringer in der Coronazeit: Pfarrgemeinden im Fricktal gehen bei den Sternsingern neue Wege

Solche Bilder wird es in diesem Jahr kaum geben: Für Könige ab zwölf Jahren gilt die Maskenpflicht. (Symbolbild)

Solche Bilder wird es in diesem Jahr kaum geben: Für Könige ab zwölf Jahren gilt die Maskenpflicht. (Symbolbild)

Nicht in allen Fricktaler Gemeinden soll es in diesem Jahr gewohnt traditionell zu und her gehen. Beim Thema Sternsinger gehen die römisch-katholischen Pfarrgemeinden nämlich neue Wege.

Den Brauch der Heiligen Drei Könige, die zum Jahreswechsel die Haushaltungen segnen, wird es auch 2021 geben – wegen Corona aber mit einigen Anpassungen. Den wohl grössten Bruch mit der Vergangenheit wagt die römisch-katholische Kirchgemeinde Laufenburg. Statt in Gruppen um die Häuser zu ziehen, stehen die Sternsinger am 9. Januar auf dem Bahnhofplatz Laufenburg, wo sie laut Gemeindeleiter Thomas Frey Sprüche und Gedichte aufsagen und mit Hilfe der Jubla zu heissen Marroni einladen.

Sie werden Flyer verteilen, welche die Segenszeichen enthalten, die zum Aufkleben über der Haus- oder Wohnungstüre gedacht sind. Denn den mit Kreide angebrachten Segen in Form von C+M+B wird es 2021 in Laufenburg nicht geben. «So sind wir auf der sicheren Seite, müssen nichts mehr absagen, falls sich das Infektionsgeschehen nochmals verschärfen sollte», betont Frey.

Maskenpflicht für Könige ab zwölf Jahren

Wieder anders verfährt die Gemeinde in Kaisten. Hier wird, ebenfalls am 9. Januar, laut Frey nur mit dem Stern durch die Strassen gezogen und auf Hausbesuche verzichtet. «Wir verteilen zudem Briefe an die Haushalte, die wir 2020 besucht haben», berichtet der Diakon. 2020/21 soll die Spendensammlung, aktuell zu Gunsten von Kindern in der Ukraine, möglichst kontaktlos erfolgen. Die Zeiten, in denen man den Sternsingern Münzen in die Sammelbüchse steckte, sind mit Corona zumindest vorübergehend Geschichte.

Im Laufenburger Ortsteil Sulz dürfte es noch am traditionellsten zugehen, wenn am 9. Januar als Heilige Drei Könige verkleidete Kinder und Jugendliche unterwegs von Haus zu Haus sind, an fremden Türen klingeln und Häuser und Wohnungen segnen. Doch auch dort gelten Einschränkungen: Wegen Corona dürfen keine Lieder gesungen werden. Für Könige ab zwölf Jahren gilt Maskenpflicht. Wohnungen zu betreten, um sich darin aufzuwärmen oder etwas zu trinken, ist zudem untersagt.

Das sind die aktuellen Schutzauflagen seitens Missio. An denen orientiert sich auch die Katholische Kirche Oberes Fricktal. In Frick sind die Sternsinger schon vom 27. Dezember an unterwegs, in den weiteren zum Verbund zählenden Pfarreien bis nach Dreikönig. «Wir versuchen nach wie vor, alle katholischen Haushalte zu besuchen», berichtet Pfarreiseelsorger Ulrich Feger.

Noch ist die Lage unklar

Aber das hänge auch von der Anzahl der Kinder und Jugendlichen ab, die sich als die Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar verkleiden wollen. «Mit den bisher nur 18 Anmeldungen werden wir nicht alle Haushalte schaffen», sagt Feger. Vor einem Jahr hätten noch 27 mitmachen wollen. «Ob Corona der Grund für die Zurückhaltung ist, weiss ich nicht. Es können auch natürliche Schwankungen sein», sagt Feger.

Klar ist aber auch: Das alles ist Stand 15. Dezember. Wenn es dabei bleibt, sollen auch in Herznach und Ueken Sternsinger losziehen. «Sie werden den Segen Gottes als Spruch an die Haustür bringen und sammeln gleichzeitig Spenden für die Sternsingerprojekte», heisst es bei den Organisatoren. Und auch die römisch-katholische Pfarrei in Rheinfelden und Magden plant vorerst, die Sternsinger loszuschicken. «Aber wenn der Bundesrat weitere Verschärfungen beschliesst, kann das wieder anders aussehen», sagt der für die Aktion zuständige Religionspädagoge Rado Stecki.

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