Laufenburg
Sechs Künstler zeigen ihre Werke über die menschliche Figur

Die neue Figuren- und Skulpturenausstellung im Laufenburger Rehmann-Museum wurde mit einer gelungenen Vernissage eröffnet. Anschliessend fand das Sommerfest im Skulpturengarten von Erwin Rehmann statt.

Peter Schütz
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Das Publikum bestaunt die ausgestellten Figuren im Laufenburger Rehmann-Museum.

Das Publikum bestaunt die ausgestellten Figuren im Laufenburger Rehmann-Museum.

psc

Sommerlich gekleidete Menschen zwischen nackten Figuren, runde Nasen auf gleicher Höhe mit spitzen Nasen, Hände auf steinernen Rundungen: Derartige Konstellationen gab es an der Eröffnung der neuen Kunstausstellung im Rehmann-Museum in Laufenburg zu entdecken.

Sechs Künstler und Künstlerinnen sind mit unterschiedlichen Plastiken, Objekten und Skulpturen einen Dialog über die menschliche Figur eingegangen: Jürgen Brodwolf, Konstanze Feindt Eissner, Hans Josephson, Schang Hutter, Erwin Rehmann und Lara Russi.

Vernissagebesucher vor einer Skulptur von Hans Josephson im Kabinett
9 Bilder
Tanzende
Schang-Hutter-Figur wird genau betrachtet
Figur von Schang Hutter
Eine Arbeit von Schang Hutter in der Abendsonne
Erwin Rehmann, vorne rechts, im Dialog mit Hannes Burger und Dieter Deiss
Drei Figuren von Schang Hutter im Rehmann-Museu
Besucherin an einer Arbeit von Konstanze Feindt Eissner
Das Sommerfest im Skulpturengarten des Rehmann-Museums war gut besucht

Vernissagebesucher vor einer Skulptur von Hans Josephson im Kabinett

Peter Schütz

Letztere hat die Kunst-Schau-Fenster im Eingangsbereich mit «Zwei Szenen zur Moderne» gestaltet. Dass die junge Künstlerin aus Wohlen dafür einen Raum entleerte und mit Silberfolie bedeckte, sorgte für einige Verblüffung. Die menschliche Figur kommt darin «nur» in Form der Besucher vor, die sich im Fensterglas spiegeln.

Klassischer, zum Berühren und Fühlen verleitend, sind die übrigen Kunstwerke auf den zwei Ebenen im Museum. Spannend ist das allemal und sicher auch pädagogisch nutzbar. Denn die Herangehensweise der Kunstschaffenden an eines der grössten Themen der Menschen – ihre eigene Darstellung – lässt sich ausgezeichnet mit Kindern und Schülern ausführlich betrachten.

Menschen sind Kunstwerke geworden

«Wir sehen Menschen, die Kunstwerke geworden sind», erklärte Christoph Rehmann-Sutter, Sohn von Erwin Rehmann und Präsident des Stiftungsrats des Museums, an der Vernissage. Die Ausstellung vereine moderne Werke, die älteste Arbeit sei 60 Jahre alt, sagte er.

60 Jahre und kein bisschen Staub angesetzt: Selbst diese «alten» Plastiken haben eine moderne Aura, sind mehr als nur Abbildungen von Körpern. Sie kehren quasi das Innere nach Aussen – ein Aspekt, den insbesondere Schang Hutter und Jürgen Brodwolf konsequent verfolgten.

Brodwolf schuf mit ausgedrückten Farbtuben liegende, sitzende oder stehende Figuren und ging noch einen Schritt weiter, indem er sie in Bronze goss.

«Der anonyme Gebrauchsgegenstand wandelte sich in seinen Händen zum Rollenträger und wurde zur Identifikationsfigur», beschrieb Kunsthistorikerin Sabine Arlitt Brodwolfs Intention. Schang Hutters Figuren treten in der Ausstellung gerne auch in Gruppen auf. Ihr Markenzeichen: spitze Nase, dünne Körper, für Sabine Arlitt eine Vorführung, «wie Menschen andere Menschen in Mitleidenschaft ziehen».

Elegant dagegen die Werke von Erwin Rehmann und Konstanze Feindt Eissner, stark die drei vom Kunsthaus Aarau ausgeliehenen Skulpturen von Hans Josephson im Kabinett.

Dem Ausstellungsteam um Cornelia Ackermann und Daniel Waldner ist eine sehenswerte Schau gelungen.

Die Vernissage wurde von Nikola Ajdacic und Kaspar Wirz am Kontrabass musikalisch begleitet. Das anschliessende Sommerfest fand bei bestem Wetter statt.

Die nächste Gelegenheit zur intensiven Betrachtung der Ausstellung ist am Sonntag, 29. September, beim Rundgang mit den Künstlern.

Die Ausstellung ist jeden Mittwoch, Samstag und Sonntag jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

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