Ende Juni, in einem der letzten Trainings vor der Sommerpause, passierte es. Beim obligaten Fussballspielen zum Aufwärmen verletzte sich Sebastian Kaiser am rechten Fuss. «Ich dachte zuerst, es sei nichts Schlimmes.

Doch die Schwellung ging nicht zurück», erinnert er sich. Ein Besuch beim Arzt einige Wochen später ergab, dass es sich um eine Mikrofraktur handelte, die zwingend operiert werden musste. «Neben der Mikrofraktur wurden auch zwei Bänder rekonstruiert», so Kaiser, der sich Ende August unters Messer legte.

Für den 24-Jährigen aus Bottmingen, der gemeinsam mit Trainer Zoltan Cordas im Sommer 2015 von Endingen zum TV Möhlin stiess, war es die erste schwere Verletzung in seiner Karriere. Keine einfache Situation für ihn. «Ich habe nicht gerne zugeschaut und es hat mich immer gejuckt.

Ich wollte unbedingt mitspielen», blickt Kaiser zurück. Als er dann wieder selber Auto fahren konnte, hat er die Trainings und die Matches seiner Teamkollegen besucht. «Auch wenn ich anfangs nicht viel trainieren konnte, wollte ich beim Team sein und Zeit mit meinen Kollegen verbringen.»

Zurück auf der Platte gegen Baden

Seit einigen Wochen trainiert Kaiser nun wieder mit der Mannschaft und arbeitet hart für sein Comeback. Von Anfang an hat er sich zum Ziel gesetzt, zum Rückrundenstart am nächsten Freitag wieder dabei zu sein. Und das hat er erreicht.

«Mein Fuss ist noch nicht bereit, um 60 Minuten zu spielen, und ich bin auch konditionell noch nicht ganz fit, aber ich will unbedingt spielen. Ich nehme jede Einsatzminute, die ich bekomme», sagt Kaiser, der zwar immer noch ab und zu Schmerzen im Fuss verspürt, jedoch mit dem Heilungsverlauf sehr zufrieden ist.

Dass Sebastian Kaiser am Freitag zum ersten Mal in dieser Saison das Matchdress überstreifen und für den TV Möhlin auflaufen wird, ist sehr gut möglich. Trainer Zoltan Cordas hält jedenfalls grosse Stücke auf seinen flinken Rückraumspieler.

«Er ist unglaublich wichtig für uns. Er sorgt für eine gute Stimmung im Team und gibt der Mannschaft Sicherheit. Im Angriff ist er mit seiner Schnelligkeit stets ein Gefahrenherd, und auch in der Abwehr spielt er stark. Sebastian ist für den TV Möhlin eigentlich unersetzbar», so Cordas.

Keinen «Blödsinn» mehr machen

Der Mann an der Seitenlinie hat mit seiner Equipe in der zweiten Saisonhälfte einiges vor. Denn ganz zufrieden war Cordas mit dem bisherigen Saisonverlauf nicht. «Wir haben einige unnötige Niederlagen kassiert – beispielsweise zu Hause gegen Baden oder gegen Solothurn.

Ich hätte gerne, dass wir keinen Blödsinn mehr spielen wie in diesen Partien, sondern dass wir vor allem in der Abwehr wieder so stark auftreten wie im Jahr zuvor», so der Österreicher. Damals stellten die Mehlemer die stärkste Defensive der Liga.

Sollte dem TV Möhlin dies gelingen, ist es durchaus möglich, dass die Mannschaft den dritten Tabellenrang, den sie derzeit innehat, verteidigen kann. Und wenn es nach Rückkehrer Sebastian Kaiser geht, liegt sogar noch mehr drin. «Ich hoffe, dass wir nach vorne kommen. Es wäre schön, wenn wir mit Möhlin einen Aufstiegsplatz anpeilen könnten. Dafür wollen wir Stäfa angreifen.»