Rheinfelden

«Scoutmusic» kam «Ohni Sorge» zum gefühlvollen Album

Andreas Röthlisberger und Marco Klotz haben ihr erstes, gemeinsames Album herausgegeben.

Andreas Röthlisberger und Marco Klotz haben ihr erstes, gemeinsames Album herausgegeben.

Marco Klotz und Andreas Röthlisberger haben ein grosses gemeinsames Hobby: die Musik. Im Mai veröffentlichten die beiden Familienväter ihr erstes Album mit dem Titel «Ohni Sorge».

In einem zum Aufnahmestudio umrangierten Luftschutzkeller entstand das Album «Ohni Sorge» von Marco Klotz und Andreas Röthlisberger. Als Swisssongwriter-Rap könnte man den Musikstil von «Scoutmusic» beschreiben.

Eine Mischung aus einschlägigen Beats, Mundart-Sprechgesang und Texten mit Tiefgang. «Dass er nume es bitz Musig macht isch guet», lacht der Rheinfelder Marco Klotz und schaut seinen Kollegen Andreas Röthlisberger vorwurfsvoll an.

«Als ich das erste Mal hier unten sass, staunte ich nicht schlecht über seine Gitarrensammlung und die Songs, die er geschrieben hatte», fährt Klotz fort. Röthlisberger grinst verlegen zurück.

Hinter dem Muttenzer hängen etwa zehn verschiedene Gitarren an der Wand. Auf dem Computerbildschirm flimmert ein Musikschneideprogramm.

Auf Anhieb sympathisch

Die beiden Familienväter verbringen in Röthlisbergers Aufnahmestudio in dessen Einfamilienhaus jede Woche einen Abend zusammen, um gemeinsam Musik zu machen. Das Projekt «Scoutmusic» fing vor über einem Jahr an, als sich die Musiker auf Klotzs Hochzeit zum ersten Mal über den Weg liefen.

Auf Anhieb fanden sie sich sympathisch. Als der 32-jährige Marco Klotz kurze Zeit später zum ersten Mal bei Andreas Röthlisberger im Keller sass und dessen Songs hörte, wussten beiden: Gemeinsam könnte was Interessantes entstehen.

(Quelle: youtube.com/dramaticsoul)

Chlini Seel von Scoutmusic

Marco Klotz machte sich schon vor zehn Jahren als Rapper «Scout MC» einen Namen. Eine Platte lancierte er aber nie. Andreas Röthlisberger war mit der Alternative-Rock-Band «Deep Ocean» musikalisch unterwegs.

Kurz vor der Europatournee löste sich die Band allerdings wieder auf. Als Duo verlaufen die Bahnen nun etwas anders, denn seit Mai ist das Album «Ohni Sorge» auf iTunes erhältlich.

Darauf finden sich elf Songs, die mal kritisch sind oder mal einfach nur gute Laune verbreiten. Die Texte stammen fast ausschliesslich aus Klotzs Feder. Röthlisberger komponiert meistens die Melodie dazu. «Ich bin kein guter Texter», gesteht der 35-Jährige. Dafür ist er umso geschickter an der Gitarre.

Marco Klotz verliert sich wiederum gerne Stunden lang in einem Text und vergisst die Welt um sich herum. «Meistens fängt es mit der Idee zu einem Refrain an, die ich dann hinkritzle.

Danach spiele ich das Ganze auf der Gitarre immer wieder durch und rappe dazu. Andreas gibt mir anschliessend ein Feedback, wie man es auf der Gitarre sonst noch spielen könnte», so Klotz.

Die Musik ist für die beiden berufstätigen Familienväter - Klotz ist Malermeister, Röthlisberger bildet sich zurzeit zum Sozialpädagogen um - ein Ausgleich zum Alltag.

«Wenn Marco zu mir ins Studio kommt und wir zusammen Musik machen, ist es wie eine Woche Ferien», erzählt Röthlisberger.

Die Musikstücke entstehen spontan aus einem Gefühl oder Idee heraus. Zu gerne würde die beiden zum Beispiel einen Reggaesong machen. «Der Track ‹Ohni Sorge› hat ein paar Reggaeelemente», erklärt Klotz. «Dennoch können wir nicht gezielt eine Musikrichtung für einen Song anpeilen.»

Ohne Druck und Zeitplan

Klotz und Röthlisberger sind sich bewusst, dass sie nicht ausschliesslich von der Musik leben werden. Das war den Beiden schon von Anfang an klar, als sie vor einem Jahr im Ferienhaus von Röthlisbergers Schwiegervater in Braunwald die ersten Songs aufnahmen.

Sie wollten einfach mal schauen was passiert. Zuerst wurde «Liechtschalter» aufgenommen. Danach «Si lo» und zuletzt «Z'viert». Der letzte Song widmete Marco Klotz seiner Frau, die kurz Zeit darauf schwanger wurde.

Die kleine Familie ist heute tatsächlich «Z'viert». Diese drei Songs klingen auf dem Album so, wie sie in Braunwald aufgenommen wurden. «Deshalb hat es zum Beispiel bei ‹Liechtschalter› ein paar schiefe Töne», gestehen die beiden.

Auf die Frage, ob es auch mal 3 Uhr morgens wird, wenn das Duo schreibt und komponiert, antwortet Röthlisberger, der zwei Kinder hat, mit einem Lacher: «Hey nein, wir arbeiten und haben Familie. Die steht an erster Stelle».

Marco Klotz fügt hinzu: «Sonst würden wir ja jeden Abend gemeinsam Musik machen.»

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1