Münchwilen
Schwieriger Start für neues «Wohnen im Stöckli»

In Münchwilen fehlt das Interesse – die Verantwortlichen sind trotzdem weiter optimistisch.

Marc Fischer
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So könnte ein modernes «Stöckli» dereinst aussehen. Visualisierung zvg

So könnte ein modernes «Stöckli» dereinst aussehen. Visualisierung zvg

Visualisierung zvg

Die Wohnbaugenossenschaft «Wohnen im Stöckli» mit Sitz in Hellikon denkt ein altes Konzept neu. Während ein «Stöckli» früher ein Häuschen neben dem Bauerhof war, in dem die Eltern nach der Übergabe des Betriebs an die nächste Generation wohnten, sollen im modernen «Stöckli» mehrere Parteien zusammen wohnen. Geplant sind Häuser mit etwa zwölf alters- und behindertengerechten 2,5- und 3,5-Zimmer-Wohnungen, einer Gemeinschaftsküche und einer gemeinsamen Lounge. «Unser Ziel ist es, dass Senioren so lange wie möglich in ihrer Gemeinde wohnen bleiben können», so Genossenschaftspräsident Stefan Hasler.

Die Wohnbaugenossenschaft hat sich deshalb an verschiedene Gemeinden – im Fricktal sind es Mettauertal, Münchwilen, Mumpf, Zeihen und Zuzgen – gewendet und in Umfragen abgeklärt, ob Interesse und Bedarf vorhanden sind. Bereits seit einiger Zeit ist bekannt, dass das Projekt in Mettauertal auf Eis liegt. «Das Interesse der Bevölkerung ist eigentlich vorhanden, doch es fehlen aktuell geeignete Grundstücke oder Liegenschaften», erklärt Stefan Hasler.

Anders in Münchwilen: Hier gab die Gemeinde gestern bekannt, dass die Idee «Wohnen im Stöckli» mangels Interesse nicht weiterverfolgt wird. «Die Fragebögen wurden in jeden Haushalt verteilt. Der Rücklauf war mit 15 ausgefüllten Fragebögen jedoch bescheiden», sagt Vizeammann Sabrina Keller. Von den Antwortenden hätten zudem nur knapp die Hälfte Interesse gezeigt. Das Projekt «Wohnen im Alter» werde daher für den Moment sistiert. «Zu gegebener Zeit soll das Bedürfnis nach entsprechendem Wohnraum aber wieder neu ermittelt werden», so Keller weiter.

Stefan Hasler sieht die Nähe zu Stein, wo die Überbauung Rheinfels-Park mit einem ähnlichen Grundgedanken bereits realisiert ist, als möglichen Grund für das geringe Interesse. «Auch in Mumpf waren die Rückmeldungen eher negativ. In anderen Gemeinden aber ist das Interesse grundsätzlich vorhanden», so Hasler. In Zeihen etwa verfolgt die Genossenschaft die Idee denn auch weiter, während der Gemeinderat in Zuzgen sich aus dem Projekt zurückgezogen hat. «Wir möchten einen eigenen Weg gehen und den Ansatz ‹gemischtes Wohnen› verfolgen», sagt Gemeinderat Roger Kamm. Dafür versuche man derzeit, eine Arbeitsgruppe zu bilden.

In Buus liegt ein Baugesuch auf

Dass es im Fricktal nach rund 11⁄2 Jahren noch kein konkretes Projekt gibt, kommt für Stefan Hasler nicht überraschend. «Wir haben damit gerechnet, dass es rund zwei Jahre dauert», sagt er. Und: Man wolle ohnehin maximal zwei Projekte pro Jahr verfolgen. «Ich bin überzeugt, dass für unsere Idee Bedarf besteht, und ich bin optimistisch, dass wir sie auch im Fricktal realisieren können.» Tatsächlich ist die Genossenschaft im Baselbiet bereits einen Schritt weiter. Derzeit liegt in Buus das Baugesuch für ein «Wohnen im Stöckli»-Projekt auf. Wie Hasler ausführt, hat die Genossenschaft dort aber ein anderes Vorgehen gewählt. «Wir haben die Gemeinde nicht vorgängig eingebunden.» Dies habe einen schnelleren Prozess ermöglicht. «Möglicherweise werden wir diese Vorgehen auch an anderen Orten so wählen», so Hasler weiter.