Über 40 Jahre lang hat Jean-Louis Mehlin seine Büchsenmacherei als Ein-Mann-Betrieb geführt. Er hat in der Kupfergasse in Rheinfelden Jagdwaffen, aber auch Jagdkleidung, Munition, Zubehör und in den vergangenen fünf Jahren Anglerzubehör verkauft.

Er, der als Jagdaufseher im Revier Rheinfelden-Ost amtet, hat Waffen von Jägerkollegen geflickt, solche von Waffensammlern restauriert. Nun, kurz vor dem Pensionsalter, schliesst Mehlin sein Waffengeschäft.

Kein Nachfolger gesucht

Sein Alter und seine Gesundheit nennt Mehlin als erste Gründe für die Schliessung des Geschäfts. Hinzu kommt aber auch das immer schwierigere Marktumfeld. «Mit meinem kleinen Laden hatte ich immer weniger Überlebenschancen», sagt er. «Die Luft ist nun etwas draussen.»

Auch der Kreis der potenziellen Kunden werde immer kleiner, so Mehlin. «Waffensammler etwa gibt es immer weniger. Man geht lieber mehrmals im Jahr in die Ferien, als sich Waffen an die Wand zu hängen.» Der Internethandel habe ihm zusätzlich zu schaffen gemacht. «Online kann man sich alles besorgen», so der gelernte Büchsenmacher.

Und mit den Preisen der Online-Händler mitzuhalten, sei für ihn nicht möglich gewesen. Aufgrund dieser wirtschaftlichen Aspekte hat Mehlin gar nicht erst versucht, einen Nachfolger für seine Büchsenmacherei zu finden.

Und so wird er seinen Laden an Ostern schliessen. «Ende März läuft der Mietvertrag aus», sagt er, und man spürt, dass Wehmut dabei ist, das eigene «Reich» nach so langer Zeit zu verlassen. Während der knapp zwei Monate, in denen das Geschäft noch geöffnet ist, hofft Mehlin, noch möglichst viel von seinen Artikelbeständen verkaufen zu können.