Baustellen

Schwere Vorwürfe gegen Bauherr Maurer

Überbauung an der Herbrigstrasse (Teilansicht) in Gipf-Oberfrick. Foto: chr

Überbauung an der Herbrigstrasse (Teilansicht) in Gipf-Oberfrick. Foto: chr

Die Baugeschichten «Herbrig» Gipf-Oberfrick, «Rainächer» Rekingen und «uf Raine» Bad Zurzach weisen bemerkenswerte Parallelen auf: Bei allen drei Überbauungen war Alfred Maurer entscheidend beteiligt. Dieser wird nun mit Vorwürfen eingedeckt.

Denn bei allen drei Überbauungen bleiben frustrierte Wohnungskäufer und ebenso frustrierte Handwerker zurück. Ein Teil der Mieter ist stinksauer, weil sie sich mit gravierenden Baumängeln herumschlagen müssen und der Meinung sind, sie erhielten nicht das, wofür sie bezahlt hätten.

Zertifizierung wurde aberkannt

Der Käufer einer Wohnung im «Herbrig» in Gipf-Oberfrick wirft Alfred Maurer vor, die Wohnungen im Minergie-Standard ausgeschrieben zu haben, aber lediglich bei seiner Wohnung ein entsprechendes Belüftungssystem eingebaut zu haben. «Ich wollte meine Wohnung zertifizieren lassen, um bei einem allfälligen Verkauf etwas in der Hand zu haben», erzählt der Käufer. Die Zertifizierung habe er von der dafür zuständigen Stelle vorerst auch erhalten. Weil die anderen Wohnungen den Minergie-Standard aber nicht erfüllt hätten, was eine Voraussetzungen für die Zertifizierung seiner Wohnung gewesen wäre, sei ihm das Zertifikat wieder aberkannt worden. Ausserdem, so der Wohnungseigentümer, sei bei den Verkaufsverhandlungen eine Holzschnitzelheizung im Gespräch gewesen. Installiert worden sei aber eine Grundwasser-Wärmepumpe.

Der gleiche Wohnungskäufer klagt, dass bei Regen das Treppenhaus unter Wasser stehe, die Duschen nicht abgedichtet wurden und die Garage anfänglich keine Brandschutztüre und keine Fluchtwege aufwiesen. Dies wird auch durch die für Gipf-Oberfrick zuständige regionale Bauverwaltung in Frick bestätigt. Alfred Maurer wurde unter Terminvorgabe angewiesen, nachträglich Brandschutztüren einzubauen und für Fluchtwege zu sorgen.

Eine weitere abenteuerliche Geschichte erzählt ein an der Überbauung «Herbrig» in Gipf-Oberfrick beteiligter Handwerker: Maurer habe ihn mit einem Check zufriedenstellen wollen. Erst nachträglich habe er festgestellt, dass der Check ungedeckt gewesen sei.

«Miserable Bauführung»

Wie in Bad Zurzach und Rekingen ist auch in Gipf-Oberfrick ein Grossteil der Handwerker frustriert. Sie rühren keinen Finger mehr, bis ihre Guthaben beglichen sind. Sie tragen sich wie die an der Bad Zurzacher Überbauung beteiligten Firmen mit dem Gedanken, gerichtlich gegen Alfred Maurers Hofstatt GmbH vorzugehen, respektive ihre Guthaben mit einem Handwerkerpfand abzusichern.

Dies wiederum bringt die Wohnungseigentümer in Rage, weil sie die Handwerker in der Pflicht sehen und die Umstände entweder überhaupt nicht oder nur bruchstückweise kennen. Ein weiteres Merkmal aller drei Bauplätze ist die – Zitat mehrerer Handwerker – «miserable Bauführung». Laut einem Wohnungsbesitzer sind in Gipf-Oberfrick Treppenstufen eingebaut worden, die von 16 bis 22 Zentimeter variieren – wie gemacht dafür, dass Wohnungsbesitzer und Handwerker stolpern und auf die Nase fallen.

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