Kaisten
Schwan JP hat seine Partnerin verloren

Seit 15 Jahren gehört ein Schwanenpaar im Rhein bei der Fischerhütte zum gewohnten Bild. Vor einigen Wochen ist das Weibchen verschwunden.

Susanne Hörth
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Schwan JP mit seiner Frau und drei Jungen – ein Bild aus vergangenen Tagen.SH

Schwan JP mit seiner Frau und drei Jungen – ein Bild aus vergangenen Tagen.SH

Susanne Hörth

Der Schwan lässt das Pärchen, das sich in einem kleinen Boot dem Rheinufer nahe der Kaister Fischerhütte nähert, nicht aus den Augen. Kaum hat das Schiff angelegt – der Mann ist bereits ausgestiegen – kommt der Schwan angeschwommen, geht aus dem Wasser und hüpft auf den Bootsrand. Obwohl die Frau noch im Boot steht, kommt das Gefährt gehörig ins Schwanken.

Die leicht aufgestellten Flügel des Schwans verleihen der Situation etwas Bedrohliches. Ist das Tier gefährlich? Muss man sich vor seinem Schnabel in Acht nehmen?

«Nein, der macht nichts. Der ist handzahm», weiss Ulrich Germann. Er ist Präsident des Kaister Fischervereins. Und er kennt den Schwan – «er heisst JP» - schon viele Jahre. Gefahr gehe vom gefiederten Gesellen keine aus. «Er bettelt halt gerne nach Essbarem. Das ist für ihn doch einfacher, als sich selbst zu versorgen», lacht Germann. Der Fischer empfiehlt aber, den Schwan nicht zu füttern.

Nach Hochwasser verschwunden

Schwan JP hält sich schon rund 15 Jahre an diesem Rheinabschnitt in Kaisten auf. Bis zum Hochwasser vor einigen Wochen war er immer in Begleitung seiner Schwanenfrau. Ob sie das Hochwasser nicht überlebt oder eventuell auch das Alter Schuld am Verschwinden der Schwanenfrau ist, weiss Germann nicht.

In den vergangenen Jahren brütete das Paar auch immer wieder. Meist auf deutscher Rheinseite. Dort führt kein direkter Fussweg am Fluss entlang, entsprechend sind auch weniger Leute mit Hunden da unterwegs. Kommen solche Vierbeiner Schwan JP zu nahe, zeigt dieser mit deutlicher Drohgebärde – hoch aufgestellten Flügeln und lautem Zischen an – wer hier das Sagen hat.

Sicher ist, dass der Schwan die Gesellschaft von Menschen sucht. Ulrich Germann hat ihn sogar schon in den Armen gehabt. Nicht aus Jux, sondern weil der Vereinspräsident gesehen hat, dass das Tier stark blutete. Im Schnabel hatte sich ein Fischerhaken verfangen. Ulrich Germann konnte das Teil entfernen, die Wunde ist längst verheilt. Zu hoffen ist auch, dass JP den Verlust seiner Gefährtin überwunden hat.

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