Schwaderloch

Schwaderloch: Immer noch für Atomenergie

Gemeindeammann Rolf Häusler befürwortet Kernenergie.  SH

Gemeindeammann Rolf Häusler befürwortet Kernenergie. SH

Trotz der Ereignisse in Japan befürwortet Gemeindeammann Rolf Häusler Atomenergie. Denn erneuerbare Energien seien nur teilweise konkurrenzfähig.

Die Atom-Katastrophe in Japan ist in aller Munde. Sie heizt in der Schweiz wieder die AKW-Debatte an und die ehemals wohlwollende Stimmung bekommt Gegenwind. Bundesrätin Doris Leuthard sistierte gestern vorerst sämtliche Gesuche für neue Atomkraftwerke (AKW).

Derweil bleibt Rolf Häusler ein klarer Befürworter von AKW. Der Gemeindeammann von Schwaderloch sorgte im Februar für Gesprächsstoff, als er seine Gemeinde als möglichen Standort für eine Empfangsanlage anpries.

Garant für hohen Lebensstandard

Die furchtbaren Szenarien in Japan beschönigt Häusler durchaus nicht. «Aber wenn wir energietechnisch unseren Lebensstandard halten wollen, müssen wir Kompromisse eingehen können. Es wird mittelfristig nicht möglich sein, auf Atomenergie zu verzichten», sagt Häusler auf Anfrage.

Nur zwei Prozent des Stroms kommen zurzeit aus erneuerbaren Quellen, so Häusler, und das sei nicht genug, um auf AKW verzichten zu können. Häusler, der sich von Berufs wegen mit Energie beschäftigt, hält sich dennoch für einen Befürworter von erneuerbaren Energien.

«Diese müssen aber weiterentwickelt werden, damit sie mit Atomstrom konkurrenzfähig werden. Denn den heutigen Bedarf können sie einfach nicht decken.» Erst müsse die Forschung grosse Fortschritte erzielen, bis beispielsweise Solar- oder Windenergie es mit der Kapazität eines Atomkraftwerkes aufnehmen könnten.

Stellungnahme gegen Tiefenlager

Rolf Häusler distanziert sich klar von einem Tiefenlager in seiner Gemeinde. Er möchte lediglich in den Perimeter von «Jura ost». Dieser Perimeter legt fest, wo mögliche Empfangsanlagen stationiert werden können. Ein Tiefenlager zum Entsorgen von radioaktivem Müll würde sich dann durch einen unterirdischen Stollen fünf Kilometer von einer Empfangsanlage entfernt befinden.

«Durch die Einbindung in den Perimeter bekommen wir als Gemeinde aber mehr Informationen und werden in den Entscheidungsprozess einbezogen.» Häusler spricht somit die Nähe von Schwaderloch zu den beiden Kernkraftwerken Leibstadt und Beznau an.

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