Fricktal

Schutz vor der Grippe: Jetzt startet die Impfzeit

Von Oktober bis Mitte November ist die richtige Zeit, um sich gegen die saisonale Grippe impfen zu lassen.

Von Oktober bis Mitte November ist die richtige Zeit, um sich gegen die saisonale Grippe impfen zu lassen.

Mehrere Fricktaler Apotheken bieten Influenza-Impfungen an – immer mehr Personen greifen auf das Angebot zurück.

Hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen – wer mit diesen Symptomen in der kalten Jahreszeit flach liegt, hätte sich vermutlich dieses Leid mit einem einfachen Stich ersparen können. So lässt sich durch die Grippeimpfung «das Risiko, krank zu werden und schwere Komplikationen zu entwickeln, deutlich senken», schreibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in einer Empfehlung.

Bereits seit Anfang Oktober ist Hausarzt Erik Hartenburg aus dem Mettauertaler Ortsteil Mettau eifrig am Impfen. «Von Oktober bis in den November ist die ideale Impfzeit», sagt er. Rund zehn Tage dauere es, bis der Schutz voll aufgebaut sei. Ab diesem Zeitpunkt hält die Wirkung vier bis sechs Monaten an. Daher ist darauf zu achten, dass nicht zu früh geimpft wird. «Möglich, dass durch den warmen und langen Sommer, die Grippewelle erst später in der Saison kommt», sagt Hartenburg. In den vergangenen Jahren ist die grosse Grippewelle im Januar oder Februar über die Schweiz gerollt.

Ärzte impfen in Apotheken

Auch in diesem Jahr ist es im Fricktal wieder möglich, sich in einigen Apotheken gegen die Grippe impfen zu lassen. So auch in der Storchen-Apotheke in Frick. Bereits das dritte Jahr in Folge, wird dort der Impfstoff gegen die Influenza gespritzt. «Die Anzahl der Personen, die sich bei uns gegen die Grippe schützen lassen, ist kontinuierlich gestiegen», sagt Margrit Tscheulin. Die Apothekerin rechnet in diesem Jahr mit rund 60 Personen, die sich in der Storchen-Apotheke die Schutzimpfung gegen die Grippe abholen. An zwei Samstagen, am 3. und 10. November, von acht bis zwölf Uhr, wird hierzu ein Arzt in der Apotheke vor Ort sein – im Kanton Aargau fehlt den Apothekern im Gegensatz zur Mehrheit der Kantone die rechtliche Grundlage zum Impfen. «Bereits jetzt haben sich 20 Personen angemeldet», sagt sie.

Das Apothekenpersonal spricht die Kunden auf die Impfaktion zuweilen aktiv an. «Es gibt schon einige, die sich desinteressiert zeigen», sagt Tscheulin. Der eine oder andere Kunde argumentiere auch, dass er nach einer Grippeimpfung krank geworden sei. «Wir müssen deswegen oftmals Aufklärungsarbeit betreiben», so Tscheulin. So setzten einige den milder verlaufenden grippalen Infekt – eine gewöhnliche Erkältung – der Grippe gleich. «Klar, davor schützt die Grippe-Impfung natürlich nicht.»

In Rheinfelden bieten die Kapuziner-Apotheken an der Baslerstrasse und am Stadtweg bereits im fünften Jahr Impfungen gegen die Grippe an. Im letzten Jahr wurden in den beiden Apotheken zusammen über 100 Personen geimpft, sagt Inhaberin Katrin Ellgehausen. «Diejenigen, die sich bei uns impfen haben lassen, kommen auch wieder im folgenden Jahr. Zu diesen kommen immer wieder neue Kunden hinzu. Wir haben eine steigende Tendenz», sagt Ellgehausen.

20 Prozent des medizinischen Personals geimpft

Eine Impfung in der Apotheke am Stadtweg sei relativ spontan durchführbar. Dies, weil sich ein Hausarztzentrum in derselben Liegenschaft befindet. «Wenn wir jemanden haben, der sich impfen lassen will und ein Arzt aus dem Zentrum Zeit hat, kommt dieser in die Apotheke, um die Spritze zu setzen», sagt Ellgehausen. Die Apotheke als Ort zum Impfen sei für viele Patienten eine «niederschwellige Anlaufstelle», weil sie sich durch das Angebot unter anderem den Anruf beim Hausarzt ersparten. Vom 22. Oktober bis zum 24. November kann man sich in den Kapuziner-Apotheken impfen lassen.

Aus der Empfehlung des BAG geht hervor, dass sich unter anderem ältere Personen und chronisch Kranke gegen die Grippe impfen lassen sollten. Explizit in den Empfehlungen des Bundes aufgeführt sind «Patienten in Pflegeheimen und in Einrichtungen für Personen mit chronischen Erkrankungen». Und: «Alle Medizinal- und Pflegefachpersonen», denn sie kommen mit zwei der Risikogruppen – älteren und kranken Menschen – in Kontakt.

Dieser Appell bleibt bei vielen Mitarbeitenden des Gesundheitszentrums Fricktal (GZF) ungehört. «Die Impfrate gegen Grippe liegt beim medizinischen Personal bei rund 20 Prozent», sagt Mediensprecherin Miriam Crespo. Zwar lanciere das GZF eine eigene interne Kampagne und versuche so, die Mitarbeitenden für eine Impfung zu motivieren, schlussendlich sei dies jedoch die individuelle Entscheidung eines jeden einzelnen Mitarbeiters selbst.

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Autor

Dennis Kalt

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