Schupfart
Die Leubins könnten bald die Mehrheit im Gemeinderat übernehmen – das aber wäre kein Problem

Sie tragen zwar alle denselben Nachnamen, sind allerdings nicht näher miteinander verwandt oder verschwägert – weshalb die beiden bisherigen Schupfarter Gemeinderäte Fabian Leubin und Renate Leubin künftig mit der neuen Kandidatin Sandra Leubin im Gemeinderat sitzen könnten. Die Wahl ist am Sonntag.

Nadine Böni
Merken
Drucken
Teilen
In Schupfart könnten schon bald drei Personen mit dem Nachnamen Leubin im Gemeinderat sitzen.

In Schupfart könnten schon bald drei Personen mit dem Nachnamen Leubin im Gemeinderat sitzen.

Claudio Thoma (21. November 2018)

Das Dokument ist auf der Gemeinde Schupfart bestens bekannt: die kantonale Wegleitung zu den kommunalen Gesamterneuerungswahlen für die Amtsperiode 2022/2025 und für die Ersatzwahlen während der Amtsperiode. Sie beinhaltet auch die Vorschriften zum sogenannten Verwandtenausschluss.

Sandra Leubin, Kandidatin für den Gemeinderat.

Sandra Leubin, Kandidatin für den Gemeinderat.

Zvg / Aargauer Zeitung

Hintergrund sind die anstehenden Erneuerungswahlen vom kommenden Sonntag, 13. Juni. In Schupfart kandidieren die bisherigen René Heiz (Gemeindeammann), Thomas Kyburz (Vizeammann), Renate Leubin und Fabian Leubin. Angela Hurschler, sie war seit 2014 im Gemeinderat, stellt sich aus persönlichen Gründen nicht für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung. In der Anmeldefrist für den ersten Wahlgang meldete sich dafür Sandra Leubin.

Unvereinbarkeit wird immer geprüft

Schaffen alle Kandidierenden die Wahl, sitzen ab 2022 also gleich drei Leubins im Schupfarter Gemeinderat. Und hier kommt der erwähnte Verwandtenausschluss ins Spiel: «Verwandte und Verschwägerte bis und mit dem zweiten Grade, Ehegatten, eingetragene Partner sowie Ehegatten und eingetragene Partner von Geschwistern dürfen nicht Mitglieder der gleichen Behörde sein», heisst es nämlich.

Wie ist das also mit den drei Leubins in Schupfart? Die Gemeinde prüfe bei der Besetzung von Sitzen in Behörden und Kommissionen ohnehin stets, ob allenfalls eine Unvereinbarkeit vorliegen könnte, sagt Ammann René Heiz. Geprüft worden sei auch diesmal:

René Heiz, Gemeindeammann von Schupfart.

René Heiz, Gemeindeammann von Schupfart.

zvg / Aargauer Zeitung
«Wir haben mit den Kandidierenden das Thema angesprochen. Sie sind nicht näher miteinander verwandt oder verschwägert.»

Beim Namen Leubin handle es sich schlicht um ein alteingesessenes Geschlecht in Schupfart, so Heiz. «Dass nun drei Leubins kandidieren, widerspiegelt das Dorf eigentlich ganz gut.»

Der Ehemann verlässt die Finanzkommission

Wobei: Ein Problem hätte es beinahe gegeben. Denn die Gemeinderäte dürfen auch mit den Mitgliedern der Finanzkommission nicht einschlägig verwandt oder verschwägert sein. Rolf Leubin, Ehemann von Sandra Leubin, sitzt derzeit allerdings in der Finanzkommission – er gibt diesen Posten aber ohnehin auf Ende Jahr ab.

Gemeindeammann René Heiz ist in erster Linie froh, dass sich mit Sandra Leubin eine valable Kandidatin zur Verfügung stellt. Sie passe gut ins Team, ist er überzeugt. Als Lehrerin bringe sie ausserdem die nötigen Fähigkeiten und Kompetenzen mit, um das frei werdende Ressort Bildung zu leiten. «Wir können sicherlich von ihr und ihrem Wissen profitieren», sagt Heiz.