Schupfart
«Es ist ein Vernunftsentscheid» – das Schupfart Festival wird erneut verschoben, behält aber seine Headliner

Nach 2020 muss das grösste Fricktaler Musikfestival erneut verschoben werden. Es soll nun vom 23. bis 25. September 2022 stattfinden. Das Line-up bleibt voraussichtlich das gleiche, die Tickets behalten ihre Gültigkeit.

Nadine Böni
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Die Fans des Schupfart Festivals müssen sich noch ein Jahr länger gedulden: Nach 2020 wurde das Festival erneut verschoben.

Die Fans des Schupfart Festivals müssen sich noch ein Jahr länger gedulden: Nach 2020 wurde das Festival erneut verschoben.

Ingrid Arndt (23. September 2018)

«Wir geben alles dafür, damit wir bereit sind, falls ein Festival in diesem Herbst wieder möglich ist. Momentan bleibt uns nur, das Beste zu hoffen.» Das sagte Doris Müller, OK-Präsidentin des Schupfart Festivals, Anfang Jahr. Nun: All das Hoffen hat nichts genutzt. Am Mittwoch gaben die Organisatoren bekannt, dass das Schupfart Festival erneut verschoben wird, um ein Jahr in den September 2022.

«Es ist ein Vernunftsentscheid», sagt Müller. Zwar hat der Bundesrat vergangene Woche umfassende Lockerungen beschlossen und für den Herbst auch wieder die Durchführung von Grossveranstaltungen mit mehreren tausend Besuchern in Aussicht gestellt. Aber Müller sagt:

«Realistisch gesehen werden dann noch immer Beschränkungen gelten, die ein Schupfart Festival im gewohnten Rahmen nicht zulassen.»

Müller denkt dabei unter anderem an die Sitzpflicht bei der Verpflegung. «Das ist für ein Indoor-Festival ein No-Go», sagt sie. Auch finanziell hätte dies wohl einschneidende Folgen: Die Festwirtschaft ist während des Festivals eine wichtige Einnahmequelle. Gäbe es hier grössere Einschränkungen wie eben eine Sitzpflicht, würde dementsprechend schnell ein grosses Loch in der Kasse drohen.

Das Line-up bleibt das gleiche

Kurz nachdem der Bundesrat die weiteren Öffnungsschritte bekanntgegeben hatte, setzte sich das Schupfarter Organisationskomitee zusammen, um einen Entscheid zu fällen. Müller sagt:

«Wir wollten möglichst rasch Klarheit schaffen für die Fans wie auch für die Künstlerinnen und Künstler.»

Die Lösung entspricht jener vom vergangenen Jahr, als das Festival pandemiebedingt schon einmal verschoben werden musste. Die bereits erworbenen Tickets behalten ihre Gültigkeit für das Festival vom 23. bis 25. September 2022. Und: Das Line-up – ursprünglich vom Festival 2020 und 2021 mit Vincent Gross ergänzt – soll, soweit möglich, das gleiche bleiben.

«Mit vielen Künstlerinnen und Künstlern konnten wir in den vergangenen Tagen eine Einigung erzielen», sagt Müller. Bei den anderen liefen die Verhandlungen.

Doris Müller, OK-Präsidentin Schupfart Festivals, will trotz der erneuten Absage nicht Trübsal blasen.

Doris Müller, OK-Präsidentin Schupfart Festivals, will trotz der erneuten Absage nicht Trübsal blasen.

Dennis Kalt (31. August 2017)

Das Programm wird jeweils auf der Website des Festivals bekanntgegeben und dort laufend aktualisiert. Bereits klar ist demnach, dass neben Vincent Gross auch Max Giesinger, DJ Ötzi und Die Jungen Zillertaler 2022 in Schupfart spielen.

Enttäuschung und Verständnis

Für den Verein VMC Schupfart, der hinter dem Festival steht, bedeutet die erneute Verschiebung ein Verlustgeschäft wie schon im vergangenen Jahr. Gewisse Vorleistungen seien trotz der frühzeitigen Entscheide bereits angefallen, erklärt Doris Müller. Das Minus kann vom Verein getragen werden, aus den Einnahmen und Ersparnissen aus den Jahren vor Corona. Müller sagt:

«Es ist zwar unschön und schade, weil wir das Geld gerne für andere Projekte und Anlässe verwendet hätten. Aber in existenzielle Nöte bringt das den Verein nicht.»

Trotzdem ist es Balsam für die Seele der Schupfarter Festivalorganisatoren, den Rückhalt der Fans zu spüren. Von den bereits gekauften Tickets wurde nur ein einziges zurückgegeben. «Das zeigt die grosse Solidarität mit dem Festival», sagt Müller. «Dafür sind wir sehr dankbar.» Auch die ersten Reaktionen auf die erneute Verschiebung seien allesamt positiv ausgefallen:

«Die Leute sind zwar – wie wir auch – enttäuscht, aber sie haben Verständnis.»

Am «Trostpflästerli» im etwas kleineren Rahmen wird derweil hinter den Kulissen bereits gearbeitet. Der VMC Schupfart hat sich über die Jahrzehnte einen Namen gemacht als Organisator diverser Veranstaltungen – ein zweites Jahr ohne Anlass ist entsprechend fast undenkbar. Der Verein hat für den Herbst eine Idee in der Hinterhand, Details sollen in den kommenden Tagen bekanntgegeben werden.

Trübsal blasen ist ohnehin nicht das Ding von Doris Müller. Auch nicht, wenn das Festival – für sie wie für viele Schupfarter eine absolute Herzensangelegenheit – nun schon zum zweiten Mal verschoben werden muss. «Wir geben die Hoffnung nicht auf», sagt sie mit einem Lachen. Dann halt für 2022.