Gipf-Oberfrick
Schulreform war natürlich Thema in der «Rössli»-Gartenlaube

Der Aargauer Landammann Alex Hürzeler, Fricktaler Regierungsrat aus Oeschgen, setzte sich in der Gartenwirtschaft des Landgasthofs Rössli in Gipf-Oberfrick zur Bevölkerung an den (Stamm-)Tisch.

Peter Bircher
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Landammann Alex Hürzeler (oben am Tisch) in einer illustren Runde von Gipf-Oberfricker Behördenmitgliedern. bi

Landammann Alex Hürzeler (oben am Tisch) in einer illustren Runde von Gipf-Oberfricker Behördenmitgliedern. bi

Eine starke Vertretung des Gemeinderates samt Schreiber war zugegen, Grossrätin Danja Suter, der Gastro-Präsident Aargau, Josef Füglistaller, und besonders zu erwähnen die «Schmid»-Delegation mit Werner Schmid (32 Jahre im Gemeinderat, davon 20 Jahre Ammann), der jetzige Gemeindeammann Andreas Schmid und das neue Gemeinderatsmitglied Georg Schmid.

Regierungsrat Hürzeler hatte gewissermassen sein Stammhaus als Begegnungsort gewählt. Denn in der 6. Generation sind die Hürzelers auf dem «Rössli». Ursprünglich aus Gretzenbach SO, aber inzwischen längst Fricktaler.

«Wenn Du ein katholischer Hürzeler bist, dann kannst Du nur von Gretzenbach stammen», habe ihm kürzlich eine Solothurnerin gesagt. «Die anderen Hürzeler seien schweizweit fast alle reformiert.»

Der Magistrat begab sich von Tisch zu Tisch. Nichts da von Rededuell und Hickhack, wie sonst in der politischen Arena nicht unüblich. Die offene Runde streifte viele Themen, galt dem Kontakt und dem Spüren, wo denn an der Basis der Schuh drückt.

Gesprächsstoff lieferte – wie könnte es auch anders sein, wenn der Bildungsdirektor da ist – die Schulreform, die viele Leute als Dauerbaustelle empfinden und die jetzt in die letzte Runde geht betreffend strukturelle Anpassungen, Um- und Zuteilungen.

Hinweis auf die Lebensschule

Die Generalkritik, dass die Schule kaum etwas richtig mache, wie gerade aus SVP-Kreisen in letzter Zeit mit dem Fraktionschef an der Spitze wieder lautstark vorgebracht wird, konterte Hürzeler überzeugend mit dem Hinweis auf die Lebensschule, mit den dauernden auf alle einstürmenden Veränderungen – man bedenke nur, was das Internet bewirkt hat – und die gesellschaftlichen, vor allem familiären Veränderungen. Dem kann sich die Schule nicht entziehen.

Die Frage Schulpflege Ja oder Nein ist jetzt in der Vernehmlassung. Die Erfahrungen als langjähriger Gemeindeammann in Oeschgen kann Alex Hürzeler sowohl in den Führungsaufgaben, wie auch beim Regierungsvorsitz oder in der Umsetzung der Schulstrategien in den Gemeinden gut nutzen.

Da muss oft vermittelt werden, wenn auch den Gemeinden grosse Kompetenzen in der Schulorganisation zustehen.

Positiv wurde in den Gesprächen die Regierungsvertretung für das Fricktal gewertet. Dass gleich zwei Mitglieder der Regierung im Fricktal wohnen, sei seit der Gründung des Kantons erstmalig. Nächstes Jahr wird Roland Brogli aus Zeiningen den Regierungsvorsitz übernehmen.

Die starke Entwicklung der letzten Jahre zeigt sich im Fricktal eindrücklich am Beispiel von Gipf-Oberfrick. In rund 60 Jahren hat sich die Bevölkerungszahl verdreifacht auf heute 3400. Die wirtschaftliche Expansion zeigt sich bei den KMU, aber auch in weiteren Grossinvestitionen der chemischen Industrie, zum Beispiel in Stein.

Als Pendant braucht es die öffentliche Hand, welche im Bildungsbereich vorspurt und in der gesamten Infrastruktur mitträgt, wie das im Gesundheitswesen oder beim öffentlichen Verkehr der Fall ist.