Möhlin

Schulraumplanung: Das Siegerprojekt steht – und könnte 2023 fertig sein

Astrid Zeiner, Stephan Müller, Priska Artico und Karl Eiermann (von links) setzen sich für den Schulraum ein.

Astrid Zeiner, Stephan Müller, Priska Artico und Karl Eiermann (von links) setzen sich für den Schulraum ein.

Mit einem neuen Konzept wären Oberstufenschüler von Möhlin an einem Ort und die Primarschule Fuchsrain würde saniert.

Aktuell hat es in der Primarschule Fuchsrain zu wenig Räume, um den Anforderungen des Aargauischen Lehrplans an einen modernen, kompetenzorientierten, fächer- und klassenübergreifenden Unterricht gerecht zu werden, erklärt Priska Artico, Schulleitung Fuchsrain. Zudem sind die Schüler auch noch auf drei Gebäude verteilt, die einen hohen Sanierungsbedarf haben.

Astrid Zeiner, Schulleitung der SeReal Steinli, ergänzt, dass sich mit der Einführung des neuen Lehrplans sowie mit der Umstellung von fünf auf sechs Jahre Primarschule Veränderungen in der Schullandschaft eingestellt haben, denen nicht nur Möhlin gerecht werden muss. Zeiner führt weitere Faktoren an, die insgesamt den Raumbedarf der Primarschulen in Möhlin beeinflussen, wie die Auflösung des Schulvertrags mit dem Wegenstettertal, wohin Möhlin Schüler schickt, die Aufhebung des Oberstufenzentrums Fischingertal in Mumpf und das Kinderbetreuungsgesetz.

25 Jahre andauernder Prozess

Einen Rückblick über den schon 25 Jahre andauernden Prozess der Schulraumplanung leistete Stephan Müller, Präsident der Möhliner Schulpflege. Seit 1992 gab es Erweiterungen und Neubauten, Umnutzungen und Verlagerungen von Schulstandorten sowie verschiedene Ideen und Planungen. Zuletzt wurde ein Ergänzungsbau im Fuchsrain aufgrund des nicht ausreichenden Platzes wieder verworfen, während die Pläne für einen Ergänzungsbau im Steinli weiterverfolgt wurden und zusammen mit der Sanierung Fuchsrain vergangenes Jahr ausgeschrieben wurden. Als Ziel führte Müller an, dass nach dem Neubau die Bezirksschule vom Fuchsrain ins Steinli ziehen und dort ein Oberstufenzentrum mit allen Oberstufenschülern an einem Standort entstehen soll. «Damit wird am Standort Fuchsrain das Bezirksschulhaus frei, in welches die Primarschule nach Abschluss der Sanierungsarbeiten einziehen kann», so Müller.

Sieger ist am zweitgünstigsten

Samuel Lienhart (Planungsbüro Landis AG) stellte den Siegerentwurf für einen Ergänzungsbau aus dem Planungswettbewerb vor. Aus fünf Projekten wurde das zweitgünstigste Angebot als Projekt mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis ausgewählt. Anstelle des Baumhains auf dem Pausenhof soll ein dreigeschossiges Gebäude entstehen mit einer zusätzlichen, zum Sportplatzweg ebenerdigen Unterkellerung, die Fahrradabstellplätze und Technikräume enthält.

Der Baumhain wird auf dem Pausenhof verlegt und auch die Treppe zwischen Pausenhof und Sportplatzweg beleibt erhalten. Das Raumangebot umfasst auf den drei Etagen zehn Klassenzimmer und einen Aufenthaltsraum à 70 m2, fünf Gruppenräume sowie zwei Zimmer für Förderunterricht à 35 m2, zwei Räume für Bildnerisches Gestalten sowie einen Naturwissenschaften-Raum à 105 m2, ein Raum für Hauswirtschaftsunterricht à 135 m2, zwei Zimmer mit Lehrer-Arbeitsplätze à 18 m2 sowie Nebenräume, Toiletten und Lagerräume.

Primarschüler im Bez-Schulhaus

Nach einer Fertigstellung des Ergänzungsbaus am Steinli im Sommer 2021 könnte die Bezirksschule umziehen und das ehemalige Bezirksschulhaus am Fuchsrain saniert werden, führte René Berger, Abteilungsleiter Bau und Umwelt, aus. Nach der Sanierung könnte die Primarschule Fuchsrain die Räumlichkeiten dann übernehmen und das Schulhaus Fuchsrain saniert werden. Die Primarschule wäre künftig in der ehemaligen Bezirksschule und im Schulhaus Fuchsrain untergebracht, während der derzeit noch genutzte, 30 Jahre alte Pavillon abgerissen und das Aussengelände für die Primarschule aufgewertet werden könnte. Mit dem Abschluss dieses Gesamtprojekts rechnete Finanz-Gemeinderat Lukas Fässler für frühestens Ende 2023.

Dahin ist es noch ein langer Weg, der mit der Gemeindeversammlung am 27. Juni beginnt, wo der für Schulen zuständige Gemeinderat Karl Eiermann auf die Genehmigung eines Verpflichtungskredits über 13 Mio. Franken für den Ergänzungsbau am Standort Steinli und die Sanierung des bestehenden Schulhauses sowie die Genehmigung eines Projektierungskredits über 600 000 Franken für die Planung der Sanierung der Bezirksschule und des Schulhauses Fuchsrain hofft. Die beiden Kredite stehen in direkter Abhängigkeit, meinte Eiermann. Für den kompletten Projektverlauf hat der Gemeinderat sogar Investitionsausgaben von rund 20 Mio. Franken in den Aufgaben- und Finanzplan eingestellt, gab Fässler an.

Info Am Donnerstag, 9. Mai, 19 Uhr, findet in der Mehrzweckhalle Fuchsrain eine Dialogveranstaltung zur Schulraumplanung statt.

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