Auf der Website von Remax Commercial wird ein «architektonisches Bijou» angeboten, das eine Nutzung sucht. Es steht in Mumpf an der Kapfstrasse – «herrlich am Waldrand gelegen». Bei der Immobilie handelt es sich um das Oberstufenzentrum Fischingertal (OSZF). Das Schulhaus samt Turnhalle sei «sicher kein alltägliches Objekt», sagt Patrick Kim von Remax Commercial. Dennoch habe es seit der Aufschaltung des Inserats Ende März schon erste Kontakte gegeben – «zu Schulbetreibern und Investoren mit anderen Ideen».

Die Baukosten für Schulhaus und Turnhalle samt Land beliefen sich 2005 gemäss Inserat auf rund 18 Millionen Franken. Diese Summe diene aber nur als Indikator, so Kim. Und so heisst es in der Ausschreibung weiter: «Verkaufspreis nach Absprache». Man habe keine Vergleichszahlen, sagt OSZF-Schulvorstands-Präsidentin Astrid Zeiner. «Es gibt keinen Markt.» Man werde eingehende Angebote prüfen.

Weiterhin denkbar ist, dass die Gemeinde Mumpf die Liegenschaft kauft und darin eine Tagessonderschule und die Primarschule einrichtet, wenn die Oberstufenschüler aus den vier Verbandsgemeinden Mumpf, Obermumpf, Schupfart und Wallbach ab dem Schuljahr 2019/20 in Rheinfelden unterrichtet werden. Diese Kombi-Lösung ist allerdings abhängig vom Entscheid des Kantons Aargau. Dieser prüft derzeit die Vergabe von Tagessonderschulplätzen.

Eine Neuberechnung habe gezeigt, dass sich der Bedarf nicht mehr nur aufs Fricktal konzentriere, sondern dass auch der Bezirk Zofingen einen erhöhten Bedarf an Plätzen einer Tagessonderschule ausweise, heisst es in einer Mitteilung des OSZF-Vorstands. «Durch diese neue Erkenntnis wird die Vergabe der 30 Tagessonderschulplätze aufgeschoben», so Zeiner. Sie rechnet mit einem Entscheid im Laufe des Sommers. Dass alle 30 Plätze in Mumpf eingerichtet werden können, sei aber nach diesem ersten Entscheid nicht mehr wahrscheinlich.

Neuer Schulleiter

Bereits klar ist dagegen, dass das OSZF für das kommende und gleichzeitig letzte Schuljahr einen neuen Schulleiter erhält. Nach der Kündigung von Michèle Scheidegger übernimmt Edi Steiner diese Funktion. Der bereits pensionierte Steiner sei mit seiner Erfahrung «ein Riesengewinn», ist Zeiner überzeugt. Ob für das Schuljahr 2018/19 noch weitere Pensen besetzt werden müssen, ist noch offen. Die Kündigungsfrist der Lehrpersonen endet erst Ende April. Man habe jedoch von den Lehrkräften positive Signale erhalten, dass sie dem OSZF treu bleiben, so Zeiner.