Fricktal
Schulgeld für Gemeinden an Oberstufe ist in Gipf-Oberfrick höher als in Frick

Das Schulgeld an der Oberstufe in Gipf-Oberfrick ist bis zu einem Viertel höher als in Frick. Nun machen die anderen Gemeinden Druck, die nicht länger mehr bezahlen wollen.

Thomas Wehrli
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Das Schulgeld an der Oberstufe in Gipf-Oberfrick ist im Schnitt zwischen 20 und 30 Prozent höher als jenes in Frick. (Symbolbild)

Das Schulgeld an der Oberstufe in Gipf-Oberfrick ist im Schnitt zwischen 20 und 30 Prozent höher als jenes in Frick. (Symbolbild)

KEYSTONE

Das Schulgeld an der Oberstufe in Gipf-Oberfrick ist im Schnitt zwischen 20 und 30 Prozent höher als jenes in Frick. Das zeigt ein Vergleich der az. Für einen Schüler, der die Sekundarschule in Gipf-Oberfrick besucht, zahlt Wittnau 6165 Franken pro Jahr. Hornussen, das seine Sekschüler nach Frick schickt, kommt mit 5041 Franken davon. Das sind 22,3 Prozent weniger. Bereits abgezogen ist dabei der 5-Prozent-Rabatt, den Gipf-Oberfrick «seinen» drei Gemeinden Wittnau, Wölflinswil und Oberhof seit dem Schuljahr 2012/13 gewährt – sonst läge die Differenz sogar bei 28,7 Prozent. Ein Jahr zuvor zahlte man in Gipf-Oberfrick 26,8 Prozent mehr (ohne Rabatt: +33,6%).

Dass die Kosten derart viel höher sind, liegt vor allem an einem Parameter: der Schülerzahl. «Die Auslastung ist bei der Berechnung des Schulgeldes matchentscheidend», erklärt der Fricker Finanzverwalter Josef Bernet. Die Berechnungsformel, die der Kanton vorgibt, sei «sehr komplex», so Bernet.

Günstiger dank Ausnahme

Aus dem Rahmen fällt beim Schulgeldvergleich der aktuelle Beitrag pro Realschüler: Gipf-Oberfrick ist um 4,4 Prozent günstiger. «Das Schulgeld ist tiefer, weil wir aufgrund der Schülerzahlen Klassen zusammenlegen mussten», erklärt Gemeindeammann Regine Leutwyler. Dies ist dank einer Ausnahmebewilligung des Kantons möglich. BKS-Sprecherin Simone Strub Larcher machte unlängst in der az aber auch klar: Gipf-Oberfrick kann «ab 2017/18 nicht mehr mit weiteren Ausnahmebewilligungen rechnen».

Für das Schuljahr 2015/16 braucht Gipf-Oberfrick indes erneut eine solche Ausnahmebewilligung; Eine Abteilung an der Realschule wird zweiklassig geführt. Der Grund wird mit einem Blick auf die Schülerzahlen klar: In die 1. Real treten im August 10 Schüler ein (Mindestklassengrösse Real: 11 Schüler).

Druck auf Gipf-Oberfrick macht aber nicht nur der Kanton, der für grössere Schulen plädiert. Druck machen auch die drei Talgemeinden, die nicht länger bereit sind, deutlich mehr zu zahlen als sie dies in Frick tun müssten. «Ob die Schüler zwei Haltestellen weiter fahren, spielt vom Weg her nicht so eine grosse Rolle», verdeutlicht Köbi Brem, Gemeindeammann von Wölflinswil.

Die Nachbargemeinde Wittnau war es, welche die Schulstandortdiskussion vor rund drei Jahren mit einer Anfrage an Frick, ob ihre Schüler dort in die Schule gehen könnten, anstiess. Frick sagte: Nein – und suchte das Gespräch mit Gipf-Oberfrick für eine gemeinsame Lösung. Diese sieht vor, die beiden Oberstufen zusammenzulegen. Die neue «Oberstufe Fricktal Süd» würde von Frick geführt; im Gegenzug mietet Frick das Regos-Schulhaus in Gipf-Oberfrick, womit der Standort erhalten bliebe. Gegen diesen Plan formierte sich die IG «Pro Oberstufenstandort Gipf-Oberfrick». Sie verlangt, dass die Oberstufe eigenständig bleibt.

Kosten müssen runter

Sowohl Köbi Brem als auch sein Wittnauer Amtskollege Werner Müller erachten die geplante Lösung als «sehr gut». «Damit wäre das Schulgeldproblem gelöst», sagt Brem. Beide Ammänner anerkennen aber auch: «Die nächsten Schritte liegen bei Gipf-Oberfrick.» Die Gemeinde habe den Auftrag, eine Lösung auszuarbeiten. Je nachdem, wie diese aussieht, werde man handeln. «Wir wollen nach wie vor, dass unsere Schüler in Gipf-Oberfrick zur Schule gehen – aber die Kosten müssen stimmen», sagt Brem und Müller ergänzt: Biete die Lösung keinen Mehrwert für Wittnau, «kann ich mir gut vorstellen, nochmals auf Frick zuzugehen».

Roger Fricker widerspricht

Eine dezidiert andere Sicht hat Roger Fricker, Gemeindeammann von Oberhof. Es sei seine rein private Sicht, betont der SVP-Politiker, «im Gremium haben wir noch keine Meinung gebildet». Er sei zwar auch nicht glücklich über das höhere Schulgeld, da brauche es eine Lösung, aber von der Zusammenlegung der beiden Oberstufen hält er, vorsichtig ausgedrückt, wenig. Zum einen sei es keine Zusammenarbeit, moniert er, sondern eine Übernahme, zum anderen finde er ein derart grosses Gebilde schlecht für die Schüler. «In einer kleineren Schule geht es viel familiärer zu und davon profitieren die Kinder.»