Fricktal
Schüler haben Lust aufs Lesen

Besonders Kinder- und Jugendbücher sind in den Bibliotheken beliebt. Digitale Medien sind gefragt.

Dennis Kalt
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In der Bibliothek in Möhlin wurden im letzten Jahr rund 58'000 physische Medien ausgeliehen.

In der Bibliothek in Möhlin wurden im letzten Jahr rund 58'000 physische Medien ausgeliehen.

AZ

Bücher stehen schon längst nicht mehr nur in Regalen, sondern auch im Internet. Ratgeber und Tutorials finden sich auf Videoplattformen und nicht im Lesesaal. Weiterbildung und lebenslanges Lernen lassen sich digital und dezentralisiert aufziehen. Doch wie behaupten sich die Fricktaler Bibliotheken in diesem Umfeld? Die AZ hat nachgefragt.

Beklagen über mangelnde Besucherzahlen muss sich Andrea Fischler, Leiterin der Bibliothek in Möhlin, nicht. Hatte die Bibliothek im Jahr 2016 noch rund 30'000 Besucher, waren es im letzten Jahr rund 45'000. Auch die Anzahl der physischen Medien, die im letzten Jahr ausgeliehen wurden – 58'000 –, konnte im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. «Wir versuchen, unseren Bestand fortlaufend an den Bedürfnissen unserer Nutzergruppen auszurichten», erklärt Fischler. Weiter wolle man mit «niederschwelligen Veranstaltungen» wie «Märli für Erwachsene» oder einer Vollmondwanderung potenzielle Kunden für das Lesen begeistern.

«Der Trend zur Digitalisierung macht sich in den letzten Jahren bei uns bemerkbar», sagt Fischler. So gab es im Jahr 2017 rund 5600 Downloads an digitalen Medien – darunter fallen vor allem E-Books, die man als Mitglied der Bibliothek herunterladen kann. Dies entspricht eine Steigerung von 30 Prozent im Vergleich zum Jahr 2016. Das Bibliothek-Team trägt diesem Trend Rechnung: «Bei Problemen mit E-Readern bieten wir Hilfe an. Zudem helfen wir vorwiegend älteren Menschen, wenn sie Probleme mit ihrem Smartphone haben in einer Handy-Sprechstunde, die einmal im Monat angeboten wird», sagt Fischler.

Familienabo steigert den Absatz

In der Bibliothek Laufenburg ist die Anzahl der ausgeliehenen Medien mit rund 20 000 im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr in etwa gleich geblieben. «Personen, die um die 20 Jahre alt sind, sind bei uns kaum anzutreffen. Hingegen kommen zu uns besonders gerne Eltern, die sich für ihre Kinder Bücher oder Spiele ausleihen», sagt Bibliothekarin Eveline Dillinger. Ein Grund dafür ist das Familienabo für 50 Franken, das per Januar 2016 eingeführt wurde. «Dies hat zu einem sprunghaften Anstieg der Anzahl an Ausleihen geführt.»

Wurden in der Stadtbibliothek Rheinfelden im Jahr 2016 noch rund 76'000 physische Medien ausgeliehen, waren es im letzten Jahr nur noch rund 69'000. Dagegen ist die Anzahl der ausgeliehenen digitalen Medien um rund 30 Prozent gestiegen. «Der Rückgang an Ausleihen der physischen Medien hat mit unserem Umzug zu tun», begründet Leiterin Barbara Scholer. Die meisten, die in der Bibliothek Bücher ausleihen, seien im Kinder- und Jugendalter. Dies hänge besonders mit der Kooperation mit den Schulen zusammen: 32 Schulklassen besuchten im Rahmen von Projekten die Bibliothek im Jahr 2017. «Dadurch lernen viele Schüler unser Angebot kennen und kommen auch privat vorbei», so Scholer.

Die Bibliothek Eiken-Münchwilen-Sisseln zieht für das Jahr 2017 eine positive Bilanz. Insgesamt wurden 28851 Medien ausgeliehen. Dies sind 766 Ausleihen mehr als im Vorjahr. Auch die Mitgliederzahl konnte von 1067 auf 1111 gesteigert werden.