Frick
Schüler der Oberstufe gestalten ihren eigenen Aufenthaltsraum

Einige Projekte des Schülerrats an der Oberstufe in Frick konnten umgesetzt werden – aber die Visionen gehen noch weiter.

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Der Schülerrat der Oberstufe kümmert sich um die Anliegen der Schüler.

Der Schülerrat der Oberstufe kümmert sich um die Anliegen der Schüler.

Moderne Schulen tragen dem Gedanken der Partizipation Rechnung. Sie bieten Plattformen, die Schülern und Schülerinnen Gelegenheit geben, ihre Schule selbst mitzugestalten – wie etwa der Schülerrat in der Oberstufe Frick.

Michelle Böller ist mittlerweile ein alter Hase im Schülerrat: Seit drei Jahren hat die sportliche 16-Jährige im Schülerrat mitgewirkt. Drei Jahre Engagement für ihre Schule, das sie einiges an Zeit und manchmal auch Nerven gekostet hat, ein Engagement, das sie aber nicht bereut. «Die Arbeit hat mich persönlich weitergebracht. Ich habe gelernt, wie man Projekte organisiert, sie präsentiert und andere dafür begeistert», erklärt sie. Man nimmt es ihr ab; die Energie und Selbstsicherheit, die sie ausstrahlt, überzeugt.

Gemeinsame Arbeit

Am meisten freut sie, dass die Idee einer Themenwoche in der Schule umgesetzt wurde. Im Schülerrat hatten sie den Vorschlag ausgearbeitet, dass einmal im Jahr die ganze Schule am selben Thema arbeiten soll. «Wenn alle Schülerinnen und Schüler sich zeitgleich mit einem Thema beschäftigen, kann man sich auch am Pausenhof darüber austauschen. Das macht das Lernen interessanter», sagt Böller. «In der ersten Themenwoche haben wir das Thema ‹Flucht und Asylsuchende› vorgeschlagen», sagt sie weiter. Zwar lag es im Ermessen der Lehrpersonen, inwieweit sie das Thema aufgriffen, aber die Grundidee überzeugt sie immer noch. Auch für das kommende Schuljahr will der Schülerrat wieder einen Themenvorschlag dazu machen.

«Im Aufenthaltsraum sollen sich die Schülerinnen und Schüler wohlfühlen,» erzählt Michelle Böller von einem anderen Projekt des Schülerrats. «Wir wollten ihn deshalb auch nach unserem Geschmack einrichten können. Nun sind wir dabei, die Wände zu gestalten.» Immer konnten alle ihre Ideen einbringen und Vorschläge machen und auch die Umsetzung ist wieder Sache der Schülerinnen und Schüler.

Projekt mit Erfolg

Mit Erfolg: In den Freistunden laden nun gemütliche Sitzgelegenheiten, Matratzen und Liegestühle Lernende zum Entspannen ein. Im nächsten Jahr hat der Schülerrat geplant, auch die Gestaltung des Aussenraums zu koordinieren, sodass es auf den Wiesen und dem Pausenhof mehr Sitzgelegenheiten gibt.

Ein Schülerkino und eine Sternenaktion zu Weihnachten sind andere Projekte des Schülerrates, die dazu beitragen sollen, die Schule auch als Ort der Begegnung wahrzunehmen. Bei der Sternenaktion bietet der Schülerrat in der Schule Spitzbuben zum Verkauf an. Diese können mit Grussworten versehen und dann verschenkt werden.

Die Schülerräte haben immer ein offenes Ohr für Ideen. Ausserdem gibt es einen Briefkasten, in den jeder und jede eigene Vorschläge an den Schülerrat herantragen kann. Von Zeit zu Zeit organisiert der Schülerrat auch gezielte Umfragen oder Aufrufe. Allerdings ist nicht ganz alles möglich: «Enttäuschend war für mich, dass unsere Idee für einen Schülerball oder die für einen zweiten Sporttag nicht umgesetzt werden konnten, weil sie von den Lehrpersonen abgelehnt wurden beziehungsweise weil die Planung mit zu vielen Schwierigkeiten verbunden war», sagt Michelle Böller.

Der Schülerrat hat Zukunft

Sie wünscht sich, dass der Schülerrat als Sprachrohr der Schülerinnen und Schüler künftig auch Einfluss auf Unterrichtsinhalte nähme: «Ich fände es zum Beispiel interessant, wenn man noch mehr mit elektronischen Medien und dem Internet arbeiten würde. Oder wenn Inhalte, die nahe am Alltag sind, im Unterricht mehr Platz fänden.» Darum werden sich aber auch andere kümmern müssen. Böller ist eine der sieben Drittklässlerinnen und -klässler im Schülerrat, die nächstes Jahr die Schule verlassen. Eine neue Generation von Schülerrätinnen und Schülerräten wird ihre Stelle einnehmen.