Bezirksgericht Rheinfelden
Schuldig der vorsätzlichen Tötung: Facebook-Killer zu 12 Jahren Haft verurteilt

Das Bezirksgericht Rheinfelden verurteilt den portugiesischen Facebook-Killer zu 12 Jahren Haft. Er tötete am Pfingstmontag 2013 in Möhlin seine getrennt von ihm lebende Frau. Der Täter war des Mordes angeklagt.

Merken
Drucken
Teilen
Tötungsdelikt in Möhlin
3 Bilder
Tötungsdelikt in Möhlin: In diesem Mehrfamilienhaus wurde die tote Frau gefunden, nachdem ihr Mann bei der Polizei aufgekreuzt war.
Der Leichenwagen holt die Leiche der Frau ab.

Tötungsdelikt in Möhlin

Newspictures

Ein 45-jähriger Mann, der seine Ehefrau an Pfingsten 2013 in Möhlin AG brutal umbrachte, ist wegen vorsätzlicher Tötung zu einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren verurteilt worden.

Das Bezirksgericht Rheinfelden ordnete am Mittwoch für den Portugiesen auch eine vollzugsbegleitende Massnahme an.

Der geständige Mann hatte die seit November 2012 getrennt von ihm lebende Ehefrau am Pfingstmontag 2013 in deren Wohnung in Möhlin getötet.

Er schlug den Kopf der 38-jährigen Frau gegen die Wand und gegen den Boden. Die Portugiesin starb an den Folgen eines schweren Schädelhirntraumas.

Vor der Tat hatte der Mann seine Frau auf der Social-Media-Plattform Facebook ausspioniert. Er eröffnete unter fingiertem Namen ein Profil.

Er gab sich als Facebook-Freundin aus und erschlich sich auf diese Weise das Vertrauen der Frau.

Der Mann litt gemäss einem psychiatrischen Gutachten an verschiedenen psychischen Störungen.

Das Bezirksgericht Rheinfelden hatte den Fall in der vergangenen Woche verhandelt. Der Angeklagte schwieg vor Gericht. Er hatte sich in einer früheren Einvernahme als "sehr eifersüchtig" bezeichnet.

Die Staatsanwältin forderte für den Mann eine Freiheitsstrafe von 20 Jahren und eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme.

Die Verteidigung plädierte auf Totschlag und wollte eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren.

Gericht sieht keinen geplanten Mord

Das Bezirksgericht Rheinfelden blieb mit seinem Urteil deutlich unter den Anträgen der Staatsanwaltschaft.

Es liege kein kaltblütig geplanter Mord vor, sagte die Gerichtspräsidentin am Mittwoch bei der Eröffnung des Schuldspruchs. Die Mehrheit des fünf Mitglieder zählenden Gerichtes habe dies so entschieden.

Der Mann sei innerlich zerrissen gewesen, hiess es weiter. Der Portugiese habe zwar auch aus Eifersucht gehandelt.

Es könne jedoch nicht gesagt werden, dass er aus krassem Egoismus und besonderes skrupellos gehandelt habe.

Dies wäre eine Voraussetzung für die Verurteilung wegen Mordes gewesen. Kurz vor der Tat war der gemeinsame Sohn des Paares dem Mann zugesprochen worden.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Mann befindet sich seit Januar 2014 im vorzeitigen Strafvollzug.

Am Tag der brutalen Tat hatte sich der Mann auf dem Polizeiposten Rheinfelden gemeldet. Er gab an, seine Frau getötet zu haben.

Die darauf ausgerückte Polizeipatrouille und ein Ambulanzteam konnten in der Wohnung in Möhlin nur noch den Tod der Ehefrau feststellen.