Rheinfelden

Schulbänke statt Hotelbetten und Stammtisch im Hotel Drei Könige

Aus dem ehemaligen Hotel Drei Könige in Rheinfelden wird eine Schule._ach

Aus dem ehemaligen Hotel Drei Könige in Rheinfelden wird eine Schule._ach

In Rheinfelden ist diesen Spätsommer der Aufbau einer internationalen Schule für die Kinder von Wirtschaftsmanagern geplant. Zwischen drei und fünf Jahren werden als «Zielhorizont» für die angedachten Investitionen genannt.

Eine Privatschule für Kinder von Kaderleuten aus der internationalen Wirtschaft wird im Fricktal doch noch Realität. Der Betrieb soll als Ganztagsschule ablaufen. Zunächst zwar in einem Provisorium, dem der Einwohnergemeinde gehörenden ehemaligen Restaurant und Hotel Drei Könige nahe dem Stadtzentrum.

Georg B. Weibel, Präsident der Basler Bildungsgruppe, welche in der Nordwestschweiz mehrere Schulen betreibt, will Ende August durchstarten. Zunächst mit einem Angebot für Kindergarten und Vorschule sowie Primarschule. «Wir befinden uns auf gutem Weg.»

Das Projekt stand zeitweise auf der Kippe, doch dann entschied sich die Bildungsgruppe diesen Februar dafür, im Neubaugebiet Weiherfeld im Westen der Stadt ein Grundstück zu kaufen.

Auf 14'000 Quadratmetern, könnte dann an verkehrsgünstiger Lage ein Campus entstehen, wenn der Start erfolgreich verläuft.

Zielhorizont drei bis fünf Jahre

Zwischen drei und fünf Jahren werden als «Zielhorizont» für die angedachten Investitionen genannt. Für eine «Anschubfinanzierung» der internationalen Schule wären rund 3,5 Millionen Franken erforderlich, wobei auch Gemeinden, Firmen oder Vereine zur Aktiengesellschaft stossen könnten.

Neu zuziehende Kadermitglieder von Unternehmen in der Region brauchten die Chance, ihren Kindern eine qualifizierte, international anerkannte Ausbildung zu ermöglichen, meint Weibel.

Das pädagogische Konzept sieht vor, unter einem Dach von der frühkindlichen Förderung bis zur Matur alles anzubieten, wobei die Unterrichtssprache Englisch ist; Muttersprachen sollen aber genauso gefördert werden wie forschendes und individuelles Lernen. In jedem Fall wird auf Mehrsprachigkeit gesetzt, um einen Wechsel der jungen Leute auf andere Bildungseinrichtungen in ferneren Ländern zu erleichtern.

Sabina Sümegi, designierte Schulleiterin in Rheinfelden, verdeutlicht: «Wir wollen die Kinder auch mit Schweizerdeutsch konfrontieren, um Integrationshemmnisse abzubauen.» Dies reicht jedoch nicht für Perspektiven: «Die Lernenden müssen in Sprachen und Mathematik gut sein», betont Simon Döring, Leiter Management der Schule. Es gebe international abgestimmte «kompatible Lehrpläne».

Schule als Wirtschaftsfaktor

Die Schulgelder sind pro Kind in den unteren Stufen vorerst mit 20'500 Franken jährlich kalkuliert, in Richtung Matur könnten es gegen 30'000 Franken sein. «Solch eine Schule gilt auch als Wirtschaftsfaktor. Sie kann bewirken, dass sich neue Betriebe ansiedeln», so Weibels Überzeugung.

Rheinfeldens Stadtammann Franco Mazzi wertet die internationale Schule als «deutliches Signal für die Wachstumsregion Fricktal». Er unterstützt das Engagement der Basler Bildungsgruppe an einem «beliebten Wirtschaftsstandort und in einer «attraktiven Wohnregion dank verkehrstechnisch ausgezeichneter Lage».

Angesichts der grossen Bedeutung von Life Sciences mitsamt Zulieferern, der Investitionsgüter-Industrie sowie der Bauwirtschaft sei der Bedarf an ausländischen Fachkräften steigend.

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